Maya-Kultur: Selbstverursachte Apokalypse durch Abholzung

Seit Jahren rätseln Forscher über mögliche Ursachen für den Niedergang der Maya. Schon lange  wird vermutet, dass eine ausgedehnte Trockenperiode mit dem „plötzlichen“ Verschwinden der Hochkultur in Zusammenhang steht. Eine neue Studie zeigt auf, wie das indigene Volk in Mittelamerika die fatale Dürre offenbar selbst verursacht hat. Die Erkenntnisse sind alarmierend, gerade heute, da in Durban über den Schutz des Weltklimas diskutiert wird. Denn offenbar lösten die Maya durch einen skrupellosen Umgang mit der Umwelt eine Klimakatastrophe aus.

Im Allgemeinwissen sind die Maya heutzutage vor allem wegen ihrer Prophezeiung des Weltuntergangs verankert, der sich angeblich im Jahr 2012 ereignen soll. Bezüglich ihres eigenen Aussterbens war das Volk, dessen Kultur zu seiner Hochzeit etwa zwischen 300 und 900 nach Christus die höchstentwickelte des amerikanischen Kontinents darstellte, allerdings nicht so weitsichtig.

Wie der Klimatologe Benjamin Cook laut der US-Website „LiveScience“ bei einer Tagung der Amerikanischen Geophysikalischen Union (AGU) in San Francisco berichtete, trug die Rodung der Wälder durch die Maya offenbar wesentlich zu einer Trockenperiode in ihrem Lebensraum bei. Mit  einer Simulation der damaligen Vegetation seien der Nasa-Forscher und sein Team zu diesem Schluss gekommen.

Durch das Abholzen der Bäume wurden große Flächen freigelegt, was zu einer Austrocknung des brachen Bodens und steigender Hitze führte. Der in dieser Gegend ohnehin geringe Niederschlag ging dadurch außerdem weiter zurück. Laut Cook verringerte er sich zwischen 800 und 950 n. C. um zehn bis 20 Prozent. Für die steigenden landwirtschaftlichen Anforderungen des großen Volkes wurden immer mehr Bäume gerodet, was die Situation weiter verschärfte.

„Ich würde nicht behaupten, dass Abholzung Dürre verursacht oder dass diese gänzlich für den Untergang der Maya verantwortlich ist“, zitiert „LiveScience“ Cook. „Aber unsere Forschungen zeigen in der Tat, dass Entwaldung das Klima in Richtung Dürre beeinflussen kann. Ungefähr zur Hälfte resultierte Trockenheit in der vorkolonialen Zeit aus dem Kahlschlag der Wälder.“

Der Untergang des Volkes auf der Halbinsel Yucatán im 9. Jahrhundert war wohl irgendwann nicht mehr aufzuhalten. Dafür gibt es für uns noch Hoffnung: Wie „LiveSciene“ berichtet, sind Maya-Experten der Überzeugung, dass die Prophezeiungen der Maya für 2012 falsch gedeutet werden. Demnach gehe in dem Jahr nicht die Welt unter, sondern der Kalender starte lediglich neu.