Maybrit Illner: CNN-Korrespondent sagt Raketenangriff der USA voraus

Vorahnung in der Runde bei Illner

Hat der Giftgasanschlag in Syrien das Verhältnis von Trump und Putin zerrüttet? Werden die USA sich jetzt in Syrien stärker engagieren? Und haben die Russen den US-Wahlkampf manipuliert? Um diese Fragen ging es bei Maybrit Illner. Doch kaum hatten die Gäste ihre letzten Prognosen abgegeben, wurden sie von der Realität eingeholt. Noch in der Nacht gab es einen amerikanischen Raketenangriff auf eine syrische Militärbasis.

Die wichtigste Frage der Sendung stand ganz am Anfang. Vor Bildern zerbombter syrischer Städte, fragte Maybrit Illner ihre Gäste: “Wird Trump nach dem Giftgasanschlag in Syrien eingreifen?” Der Angriff auf Kinder habe ihn “sehr beeinflusst” hatte der US-Präsident in einer Pressekonferenz gesagt. Doch fast keiner der Anwesenden konnte es sich vorstellen.

Kanzleramtschef Peter Altmaier glaubte nicht daran und fand „die Situation hat sich außenpolitisch besser entwickelt als befürchtet.“ Woher er diese Schlüsse zog, ließ er offen. Der stellvertretende ZDF-Chefredakteur, Elmar Theveßen stimmte zu. Er glaube „keine Minute“, dass die US-Regierung bereit wäre für einen Militärschlag in Syrien. Und während Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende Die Linke im Bundestag, noch etwas verloren Aufklärung forderte, weil ja noch lange nicht klar sei, wer den Giftgasangriff verübt habe, war auch Ralph Freund, Vorsitzender der Republicans Overseas Germany sich ganz sicher: „Einen Alleingang wird es nicht geben.“

Lesen Sie hier die Erklärung von Trump zu den Angriffen

Einzig CNN-Korrespondent Frederik Pleitgen war mit seiner Meinung der Außenseiter. Er könne sich durchaus vorstellen, dass die Amerikaner gegen Assad losschlagen. Die Pläne dazu lägen „schon lange in der Schublade.“ Wie die Nacht zeigte lag er leider richtig. Die USA feuerten etwa 50 Raketen auf eine Militärbasis der syrischen Armee ab.

Der Auftakt stand für eine Sendung, die vor allem ein großes Rätselraten war. Steckt hinter der “Maske Trump”, wie es in einem Einspieler gezeigt wurde, nur der russische Präsident Putin? Hatten Mitglieder des Wahlkampfteams von Trump Verbindungen nach Russland? Doch was von den amerikanischen Geheimdienste gerade mit Hochdruck ermittelt wird, wird sich in einer deutschen Talk-Show nicht klären lassen. So müssen sich die Gäste in der Kunst des Wahrsagens üben, als Illner fragt, wie gefährlich die Enthüllungen für Trump werden könnten.

Es könne für Trump gefährlich werden, wenn ihm Verwicklungen in russische Wahlkampfbeeinflussungen nachgewiesen würden, sagte Theveßen. Wenn er seine früheren Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen politisch genutzt habe könne ihn das erpressbar machen, so der ZDF-Experte. Schade für den Zuschauer: Theveßen spricht von Geschäften des Trump-Imperiums mit der russischen Mafia, führt aber an keiner Stelle Quellen oder Belege an. So bleibt es für die Menschen vor dem Fernseher unklar, woher er dieses Wissen nimmt.

Abenteuerlich auch Freunds Entgegnung auf Theveßen, der meinte die Trump-Wähler fänden solche Verbindungen sogar charmant. Wieder ist es CNN-Korrespondent Pleitgen, der einen vernünftigen Einwand bringt.  Wenn es wirklich eine Einflussnahme gegeben habe, sei bei denen „der Spaß relativ schnell vorbei“, so Pleitgen. Theveßen bringt es auf den Punkt: “Watergate wäre fast harmlos dagegen.”

Peter Altmaier nutzt unterdessen die Stunde um eine deutliche Warnung in Richtung Wahl 2017 auszusprechen: “Putin möge bitte die Finger davon lassen, die Wahl in Deutschland zu beeinflussen.” Man werde keine Sekunde zögern darauf zu reagieren.

Foto: Screenshot ZDF

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