Mazda 2 (90 PS) im Verbrauchstest

feedback@motor1.com (Fabio Gemelli)
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So sparsam wie ein Diesel ist er nicht, aber der 1,5-Liter-Benziner mit 90 PS zeigt einen hohen Wirkungsgrad

Wenn die Erwartungen hoch sind, wird jedes Ergebnis zur Enttäuschung führen. In unserem Verbrauchstest hatte der Mazda 2 Diesel einst einen absoluten Rekord mit nur 3,1 Liter auf 100 Kilometer aufgestellt. Im Fall des Mazda 2 Skyactiv-G mit 1,5-Liter-Benziner und 90 PS versuche ich, meinen Geist von jedem Vergleich mit der Diesel-Version zu befreien. Doch auch mit dem 90-PS-Sauger enttäuscht der kleinste Mazda überhaupt nicht. Nach einer Strecke von 360 km kamen wir im Durchschnitt auf 4,35 l/100 km respektive 23 km/l mit einem Kostenaufwand von etwas mehr als 24 Euro. Natürlich kein Rekord, aber dennoch ein sehr niedriger Verbrauch - begleitet von der Euro 6d-Temp-Zulassung - und vergleichbar mit noch kleineren Autos.

Mazda2 Skyactiv-G
Mazda2 Skyactiv-G

Unter den besten Benzinen

Ein Vergleich mit den anderen Benzinern zeigt uns, dass der Mazda2 1,5 Skyactiv-G (90 PS) mit Fünfgang-Schaltgetriebe und seinem Durchschnitt von 4,35 l/100 km einem sehr guten sechsten Platz direkt hinter dem VW Polo 1.0 MPI 75 PS (4,10 l/100 km - 24,39 km/l) und vor dem Peugeot 208 GT Line PureTech THP 110 und dem Honda Civic 1,5 Turbo VTEC, beide mit 4,45 l/100 km (22,47 km/l), belegt. Der Fiat 500C 0.9 TwinAir Turbo (85 PS) und der Fiat Panda 1.2 City Cross (69 PS) kommen auf 5,0 l/100 km (20 km/l). Besser als der Mazda 2 mit 90 PS waren der kleine Suzuki Celerio 1.0 (3.65 l/100 km - 27.4 km/l) und Peugeot 108 Top! PureTech 82 (3,70 l/100 km - 27 km/l), zusätzlich zum Ford Fiesta 1.0 Ecoboost (100 PS) (4,0 l/100 km - 25 km/l) und dem größeren VW Golf 1.0 TSI (110 PS) (4,0 l/100 km - 25 km/l) und Opel Astra 1.0 (105 PS) (4,05 l/100 km - 24,69 km/l).

Gut ausgestattet, aber dennoch effizient

Der Mazda 2 in unserem Test war mit der höchsten Ausstattungslinie ausgerüstet. Sie beinhaltet folgende Extras: Voll-LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik, Lederpaket (optional), Infotainment und 7" On-Screen-Navigation, Tempomat, Head-up-Display, Notbrems-Assistent und eine Rückfahrkamera. Der Gesamtpreis: 20.250 Euro.  Im weiteren Verlauf des Tests habe ich einen durchschnittlichen Verbrauch im außerstädtischen Bereich von 4,8 l/100 (20,8 km/l) erreicht und 7,0 l/100 km (14,2 km/l) im Stadtverkehr ermittelt. Auf der Autobahn bringt es der Mazda 2-Benziner auf einen ausgezeichneten Wert von 5,8 l/100 km (17,2 km/l) nach Hause, begleitet von dem ebenso beachtlichen Verbrauch von 3,8 l/100 km (26,3 km/l) bei äußerst wirtschaftlicher Fahrweise. Das Konzept von Mazda, statt auf Turbo auf einen hochverdichteten Sauger zu setzen, scheint sich auszuzahlen.

 

Mazda2 Skyactiv-G
Mazda2 Skyactiv-G

Daten

Fahrzeug: Mazda 2 Skyactiv-G (90 PS) mit Handschaltung und Frontantrieb
Testdatum:
28. September 2018
Wetter:
klar, 27 Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit:
81 km/h
Reifen:
Toyo Proxes R39 - 185/60 R16 86H

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 4,30 Liter/100 km
An der Zapfsäule ermittelter Verbrauch:
4,40 Liter/100 km
Mittel aus diesen Zahlen:
4,35 Liter/100 km
Kraftstoffpreis:
1,55 Euro/Liter (Super)
Spritkosten pro 100 Kilometer:
6,74 Euro/100 km

Und so ermitteln wir den Verbrauch


Wenn Sie einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, nennt er Ihnen wahrscheinlich einen Wert, der keine Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht hat er den Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder er hat für eine gewisse Zeit seine Tankrechnungen aufbewahrt und zusammengerechnet. Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Der Wert ergibt sich aus dem Mittel aus Bordcomputer-Wert und dieser beiden Zahlen. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emiglia-Romagna). Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (in Italien auf der Autobahn 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr. Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet er den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).