McLaren arbeitet an "völlig neuer" Simulatoren-Generation für 2020

Juliane Ziegengeist

Zwar erlebte McLaren 2019 seine beste Formel-1-Saison seit Jahren, doch darauf will man sich keineswegs ausruhen. Unter der neuen Leitung von Teamchef Andreas Seidl und Technikchef James Key, die von Toro Rosso kamen, wird das Team kontinuierlich weiterentwickelt. Dazu gehört auch die Arbeit an einem völlig neuen Simulator.

Einst auf dem neuesten Stand der Technik, erkennt Key hier angesichts der technologischen Fortschritte in diesem Bereich dringenden Nachholbedarf. "Wir haben einen neuen Driver-in-the-Loop-Simulator", verrät der britische Ingenieur über die Zukunftspläne bei McLaren. "Es ist eine massive Abweichung von dem, was wir benutzt haben."

Zwar erklärt Key: "Wir wollen dem aktuellen Simulator Tribut zollen. Er basiert stark auf dem, was vor Jahren herauskam, ist aber immer noch ein sehr, sehr nützliches Werkzeug und macht seine Arbeit. Er ist seit langem sehr effektiv. Allerdings hat sich die Technologie weiterentwickelt und zeigt uns die Grenzen der Simulatoren-Generationen auf."

James Key will ein "repräsentatives Modell" entwickeln

Die mittlerweile dritte Generation könne auf völlig neue und andere Technologien zurückgreifen. Insofern sei es "ein ganz neuer Anfang". Auf die genauen Fortschritte von McLaren angesprochen, nennt Key "eine bessere Darstellung des Fahrzeugmodells, schnellere Verarbeitung; so können wir weitere Dimensionen hinzufügen."

"Die Sache mit dem Auto ist, dass es mehrdimensional ist", erklärt der Technikchef. "Bei einer Aero-Map gab es früher eine Reihe von Kurven und es war eine Oberfläche. Jetzt sind es viele Oberflächen, die alle irgendwie interagieren. Dasselbe gilt für Reifen, auch für bestimmte Aspekte des Motors und sicherlich auch für die Federung."

Der neue Simulator soll das Auto und die Erfahrung darin "global" darstellen können

Der neue Simulator soll das Auto und die Erfahrung darin "global" darstellen können LAT

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Je mehr Rechenleistung zur Verfügung steht, desto mehr können diese Effekte kombiniert und desto besser kann nachgebildet werden, wie sich das Auto verhält. "Man muss einfach mehr Mathematik hineinlegen und ein repräsentatives Modell entwickeln", sagt Key. Genau das soll der neue Simulator leisten, der für das nächste Jahr geplant ist.

Erfahrung im Auto soll für Simracer optimiert werden

"In Kombination damit denke ich, dass alle Teams besser verstehen, was ein Fahrer wirklich braucht, um das Auto nachzuahmen, weil man keine nachhaltigen G-Level erzeugen kann (in der Simulation; Anm. d. R.). Man muss bessere Hinweise darauf geben, was das Auto macht", ergänzt Key. "Auf die Schwächen gehen wir ein und machen sie besser."

Letztendlich gehe es darum, das Auto global besser darzustellen - auch und vor allem für die Fahrer. Im Simulator setzt McLaren hier seit langem auf die Leistungen von Formel-E-Pilot Oliver Turvey, wobei in letzter Zeit auch Formel-2-Fahrer Sergio Sette Camara sowie "World's Fastest Gamer"-Sieger Rudy van Buren ans Steuer durften.

Mit Bildmaterial von LAT.