McLaren wundert sich über Strolls Arzt: "Vielleicht war es ja Dr. Dre ..."

Norman Fischer
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McLaren-Geschäftsführer Zak Brown hat sich kritisch über die Abläufe zum positiven Coronafall von Lance Stroll geäußert. Der Kanadier war am Dienstag vor dem Nürburgring-Rennen negativ getestet worden. Sein Arzt ging nicht davon aus, dass es sich bei Strolls Beschwerden um COVID-19 handeln würde und sah einen weiteren Test als nicht notwendig an. Am Sonntag kam schließlich doch der positive Test.

"Ich weiß nicht, wer der Doktor war. Ich weiß nicht, ob es Dr. Mallya oder Dr. Seuss war. Vielleicht war es ja auch Dr. Dre", scherzt Brown über das Vorgehen von Racing Point, wird aber ernst: "Vielleicht sollten wir das nächste Mal testen, wenn jemand irgendwelche Symptome hat, denn wir wissen, wie gefährlich es ist."

McLaren war in Australien als erstes Formel-1-Team vom Coronavirus betroffen. Damals war die Formel 1 noch nicht auf das Virus eingestellt und hatte keine entsprechenden Protokolle. "Wir hatten jemanden, der sich nicht gut gefühlt hat. Andreas [Seidl] und ich sind keine Ärzte, aber wir haben schnell entschieden, ihn zu isolieren. Und dann kam der positive Test."

McLaren isolierte daraufhin das komplette Team und zog sich vom Rennen zurück, das ohnehin kurze Zeit später abgesagt wurde. "Wir werden kein Risiko eingehen", betont Brown auch heute. "Wir wollen sicherstellen, dass alle gesund bleiben und wir weiter Grands Prix fahren können." Den Fall Racing Point betrachtend würde Brown jeden täglich testen, der sich nicht gut fühlt.

Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer hatte sich verteidigt, dass das Team mehr Tests durchführen würde, als jedes andere Unternehmen auf der Welt. Daran hat Brown aber seine Zweifel: "Ich kenne die Protokolle von allen nicht. Ich weiß, wie viel wir testen und habe gehört, dass Racing Point mehr als jedes andere Unternehmen auf diesem Planeten testet. Ich weiß nicht, wie viel Substanz dahinter steckt."

"Ich weiß nur, dass wir in Australien unser Problem allen schnell mitgeteilt haben, weil wir eine moralische Verpflichtung für die Gesundheit haben", so Brown. "Alle brauchen ein hohes Maß an Bewusstsein, und genau das hat Mercedes bei seinen Vorfällen gemacht." Im Fall von Racing Point sah es für ihn hingegen so aus, als "gab es keine unmittelbare Transparenz".

"Wenn ein Unternehmen so viel testet ... ich weiß nur, dass wir bei McLaren jeden täglich testen würden, der sich nicht gut fühlt, und sicherstellen, dass die Person gesund ist und nichts überträgt. Und wir würden jeden sofort isolieren, der sich in der Nähe aufgehalten hat."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.