MDR: Staatsanwalt in Fall von gefesseltem Flüchtling massiv bedroht

Im Zusammenhang mit dem Verfahren um die Fesselung eines irakischen Flüchtlings im sächsischen Arnsdorf ist der zuständige Staatsanwalt einem Bericht zufolge massiv bedroht worden. Der Jurist sei wenige Tage vor dem Gerichtsprozess am vergangenen Montag von einer Gruppe unbekannter Männer abends auf dem Heimweg verfolgt, beleidigt und bedroht worden, wie das Magazin "Exakt" des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) am Mittwochabend berichtete. Außerdem sei er schriftlich mit dem Tod bedroht worden, falls er tatsächlich zum Prozess erscheine.

Der Prozess gegen vier Männer wegen des gewaltsamen Übergriffs auf den Asylbewerber vor dem Amtsgericht Kamenz war am Montag kurz nach dem Verlesen der Anklage eingestellt worden. Der Richter begründete dies mit der geringen Schuld der Angeklagten. Die Strafprozessordnung sieht eine solche Möglichkeit wegen Geringfügigkeit vor.

Die Männer sollen den 21-jährigen Iraker vor knapp einem Jahr aus einen Supermarkt in Arnsdorf gezerrt und mit Kabelbindern an einen Baum gefesselt haben. Der Vorfall sschlus damals bundesweit Wellen.

Bei dem Iraker handelte es sich um einen damaligen Patienten des psychiatrischen Fachkrankenhauses in Arnsdorf. Der Asylbewerber wurde kurz vor dem Prozess tot in einem Wald gefunden. Laut Obduktion starb er vermutlich bereits im Januar an Unterkühlung.

Dem MDR-Bericht zufolge wurde der Staatsanwalt wegen der Drohungen von mehreren Beamten des Landeskriminalamts geschützt. Das sogenannte operative Abwehrzentrum der sächsischen Polizei übernahm demnach die Ermittlungen.

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