Medien: Al-Kaida-Chef al-Sawahiri bei US-Drohnenangriff in Afghanistan getötet

Die USA haben Medienberichten zufolge bei einem Drohnenangriff in Afghanistan den Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida, Aiman al-Sawahiri, getötet. Ein US-Regierungsvertreter sagte am Montag zunächst lediglich, die USA hätten am Wochenende eine "Anti-Terrorismus-Operation gegen ein wichtiges Al-Kaida-Ziel in Afghanistan ausgeführt". Er fügte hinzu: "Die Operation war erfolgreich und es gab keine zivilen Opfer."

Laut US-Medien wie dem Nachrichtensender CNN und den Zeitungen "New York Times" und "Washington Post" war das Ziel al-Sawahiri. Demnach könnte der Drohnenangriff vom US-Auslandsgeheimdienst CIA ausgeführt worden sein. US-Präsident Joe Biden wollte sich am Abend (19.30 Uhr Ortszeit; Dienstag 01.30 Uhr MESZ) in einer Fernsehansprache zu dem Einsatz äußern.

Das afghanische Innenministerium hatte am Wochenende noch Gerüchte über einen Drohnenangriff in der Hauptstadt Kabul zurückgewiesen. In der Nacht auf Dienstag schrieb Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid dann im Kurzbotschaftendienst Twitter, es sei ein "Luftangriff" auf ein Haus im Kabuler Stadtteil Scherpur ausgeführt worden. Erste Ermittlungen hätten ergeben, "dass der Angriff von amerikanischen Drohnen verübt" worden sei.

Al-Sawahiri hatte die Führung von Al-Kaida nach dem Tod von Osama bin Laden übernommen, den US-Spezialeinheiten 2011 in Pakistan getötet hatten. Der in Ägypten geborene al-Sawahiri galt als eine zentrale Figur hinter den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA mit rund 3000 Toten. Die USA hatten ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt.

Der Einsatz, bei dem jetzt al-Sawahiri mutmaßlich getötet wurde, wurde knapp ein Jahr nach dem Truppenabzug der USA und ihrer westlichen Verbündeten aus Afghanistan ausgeführt. Im Zuge des Rückzugs hatten die radikalislamischen Taliban die Macht in Afghanistan wieder an sich gerissen und dem Westen damit eine schwere Schmach zugefügt.

fs/

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