Medien: Türkische Justiz ermittelt gegen US-Vertreter wegen "Terrorkontakten"

Die türkische Justiz hat einem Medienbericht zufolge Ermittlungen gegen mehrere Politiker, Beamte und Wissenschaftler aus den USA wegen angeblicher "Terrorkontakte" eingeleitet. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft prüfe Verbindungen des New Yorker Senators Chuck Schumer, des früheren Staatsanwalts Preet Bharara und des früheren CIA-Direktors John Brennan zur Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag.

Gülen wird von Ankara für den gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli verantwortlich gemacht. Seine Bewegung ist in der Türkei als Terrororganisation gelistet. Insgesamt richten sich die Ermittlungen laut Anadolu gegen 17 Menschen, darunter der Türkei-Experte Henri Barkey vom Woodrow Wilson Center, Michael Rubin vom American Enterprise Institute und der frühere CIA-Beamte Graham Fuller.

Den Angaben zufolge stehen auch mehrere in den USA ansässige Türken auf der Liste. Ihnen allen wird ein "Versuch zum Umsturz der türkischen Regierung" vorgeworfen. Die Verdächtigen sollen sich laut der Staatsanwaltschaft am Tag des Putschversuchs auf einer Insel bei Istanbul und zwei Tage später in einem Restaurant im Istanbuler Viertel Karaköy getroffen haben.

Türkische Politiker haben verschiedentlich der US-Regierung vorgeworfen, hinter dem Putschversuch zu stecken. Washington hat dies vehement zurückgewiesen. Ankara fordert von den USA die Auslieferung Gülens, der seit 1999 in Pennsylvania lebt. Washington verweist auf die Unabhängigkeit der Justiz, die über eine Auslieferung entscheiden muss. Gülen selbst bestreitet jede Verwicklung in den Umsturzversuch.

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