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Trauer um japanischen Stardirigenten: Seiji Ozawa mit 88 Jahren gestorben

Trauer um japanischen Stardirigenten: Seiji Ozawa ist nach Angaben seines Managements im Alter von 88 Jahren gestorben. Wie sein Managements am Freitag mitteilte, starb Ozawa am 6. Februar friedlich in seinem Zuhause in Tokio. (YOSHIKAZU TSUNO)
Trauer um japanischen Stardirigenten: Seiji Ozawa ist nach Angaben seines Managements im Alter von 88 Jahren gestorben. Wie sein Managements am Freitag mitteilte, starb Ozawa am 6. Februar friedlich in seinem Zuhause in Tokio. (YOSHIKAZU TSUNO)

Die internationale  Musikwelt trauert um den japanischen Stardirigenten  Seiji Ozawa. Wie sein Management am Freitag mitteilte, starb Ozawa bereits am Dienstag im Alter von 88 Jahren in seinem Zuhause in Tokio. Das Boston Symphony Orchestra würdigte seinen langjährigen Musikdirektor als "ein musikalisches Genie".

Ozawas Management schrieb im Onlinenetzwerk Facebook, der Dirigent sei an Herzversagen gestorben. Die Beerdigung habe auf seinen Wunsch hin im engen Familienkreis stattgefunden. Zuvor hatten der öffentlich-rechtliche Sender NHK und andere japanische Medien vom Freitag über Ozawas Tod berichtet.

Ozawa wurde 1935 in der chinesischen Provinz Mandschurei geboren, die damals eine japanische Kolonie war. Er begann in der Grundschule, Klavier zu lernen, brach sich jedoch als Teenager beim Rugbyspielen zwei Finger und wechselte danach zum Dirigieren.

1959 zog er ins Ausland und traf einige der größten Stars der klassischen Musik. Seine Karriere führte ihn unter anderem zu Orchestern in Chicago, Toronto und San Francisco.

Der frühere Assistent Herbert von Karajans und Leonard Bernsteins verbrachte auch drei Jahrzehnte als Musikdirektor beim Boston Symphony Orchestra, wo ein Konzertsaal nach ihm benannt wurde. 2002 wechselte er an die Wiener Staatsoper.

Die Wiener Philharmoniker würdigten Ozawa als "einen der großen Dirigenten unserer Zeit". Die Zusammenarbeit mit Ozawa, die bei den Salzburger Festspielen 1966 begann, sei "ein Geschenk" gewesen, erklärte der Vorstand der Wiener Philharmoniker, Daniel Froschauer. Ozawa habe sich "durch höchste musikalische Ansprüche und zugleich Demut gegenüber den Schätzen der Musikkultur" wie auch durch  seinen liebevollen Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen ausgezeichnet.

Der Geschäftsführer des Boston Symphony Orchestra, Chad Smith, würdigte mit Ozawa "einen der gefragtesten und berühmtesten Dirigenten seiner Generation". Ozawa sei "eine Naturgewalt auf und neben der Bühne" und "ein musikalisches Genie" gewesen.

kas/ck