Medikamenten-Monopoly: Pharmakonzernen ist Profit wichtiger als Gesundheit

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Um unser Gesundheitssystem beneiden uns viele Länder, gerade in der Corona-Zeit. Trotzdem gibt es seit vielen Jahren auch bei uns Tendenzen, die in eine falsche Richtung weisen. Tendenzen, die Profit vor Gesundheit stellen. Zur Verdeutlichung sei an einen Fall erinnert, der auch über Hamburg hinaus Schlagzeilen machte: Am 17. Dezember 2019 durchsuchten rund 480 Polizisten und sechs Staatsanwälte die Hamburger Firma Zytoservice und gut 50 Objekte im Umfeld des Unternehmens, darunter Arztpraxen, Apotheken, ein Krankenhaus und mehrere Privat- und Firmensitze. Laut Medienberichten war es die größte Razzia, die je in Hamburg von der Wirtschaftsstaatsanwaltschaft angeordnet wurde. Es ging um den Vorwurf der Bestechung und des Betrugs, um Kickback-Zahlungen an einzelne Ärzte, um rückzahlungsfreie Darlehen, Nutzung luxuriöser Fahrzeuge oder andere geldwerte Zuwendungen. Und es ging um parenterale Zubereitungen – individuell hergestellte Infusionen für Krebspatienten - einen Markt, in dem fast 4,5 Milliarden Euro allein in Deutschland bei den gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2019 abgerechnet wurden. Das Geschäft mit den Krebsinfusionen Obwohl bei den Krebsinfusionen schon aus Qualitätsgesichtspunkten eine dezentrale Versorgung der behandelnden Ärzte zu bevorzugen wäre, ist es mit bundesdeutschen Gesetzen vereinbar, dass finanzstarke Firmen überregionale Versorgungsnetze, sogenannte medizinische Versorgungszentren (MVZ), aufbauen, die vermutlich eher renditegetrieben als patientenorientiert sind. Zytoservice ist ein Unternehmen, das sein Geld mit der Herstellung von parenteralen Zubereitungen verdient. Welchen Einfluss diese Firma auf Verordnungsumfang und -verhalten der angestellten Ärzte gehabt hat, wird derzeit von der Staatsanwaltschaft untersucht. Vor-Ort-Apotheken, die (noch) über ein Reinraumlabor verfügen, werden aus der Versorgung verdrängt und müssen aufgeben. Corona macht die massiven Probleme erst sichtbar Auch jenseits dieses speziellen Falles gibt und gab es schon lange massive Probleme in der Arzneimittelversorgung in Deutschland. Bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie, die viele systemische Schwachstellen offengelegt und demaskiert hat, waren Liefer- und Versorgungsengpässe und explosionsartig steigende Preise bei patentgeschützten,...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo