Medizin: Wenn in der Geriatrie Videospiele gezockt werden

Motorradfahren, Kegeln oder Pingpong am Bildschirm: An der Charité testen junge Entwickler therapeutische Videospiele für Senioren

"Herzlich willkommen bei Memore", die sanfte Männerstimme hat etwas Anziehendes. Der junge Pfleger im blauen Kittel bleibt neugierig stehen. Wer spricht da? Nur ein paar leere Stühle stehen vor dem großen Bildschirm im Gruppentherapieraum der geriatrischen Station 46, Charité-Campus Benjamin Franklin in Steglitz. "Stellen Sie sich in den grünen Bereich", fordert die virtuelle Stimme, der junge Mann tut, ohne nachzudenken, was die Stimme sagt. "Wenn Sie sich bewegen, bewegt sich auch die Figur auf dem Bildschirm." Aus einer schwarzen Box schaut eine Kamera in den Raum – wie bei einer Spielkonsole. Nur dass die Figur auf dem Bildschirm keinen Rennfahrer darstellt, sondern einen Mann mittleren Alters in beigefarbener Hose und Strickjacke. Der Pfleger grinst und eilt weiter. Das Spiel ist ganz offensichtlich nicht für seine Generation gedacht.

Videospiele in der Geriatrie, kann das sein? Auf Station 46 bewegen sich die mobilsten Patienten in Rollstühlen oder Rollatoren fort, die meisten verbringen ihre Tage im Bett. Eine ältere Dame singt auf dem Flur unablässig ein Kinderlied vor sich hin. Wer hier eingeliefert wird, ist zu Hause gestürzt, ist verwirrt, hat einen Herz- oder Schlaganfall hinter sich oder gleich mehrere Diagnosen. Und ist mindestens 65 Jahre alt. "Das Alter ab 65 ist das grundlegende Kriterium für die Aufnahme auf unserer Station", sagt Mareike Kirsch. Sie ist Neuropsychologin im Team der Station 46 und hat diese seit 2015 auch mit aufgebaut. Die Spielekonsole Memo...

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