Medizin-Nobelpreisträgerin Levi-Montalcini gestorben

Italienische Wissenschaftlerin wurde 103 Jahre alt

Die italienische Medizin-Nobelpreisträgerin Rita Levi-Montalcini ist im Alter von 103 Jahren gestorben. Sie sei am Sonntag in ihrem Zuhause in Rom gestorben, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Italiens Regierungschef Mario Monti würdigte die Wissenschaftlerin in einer Erklärung als "charismatische und hartnäckige Frau, die ihr Leben lang dafür kämpfte, die Werte, an die sie glaubte, zu verteidigen".

Levi-Montalcini, bislang die älteste lebende Nobelpreisträgerin, war am 22. April 1909 in Turin als Tochter eines Ingenieurs und einer Malerin zur Welt gekommen. Sie studierte Medizin und schloss das Studium 1936 mit Bravour ab. Wegen der damals geltenden Rassengesetze wurde es der aus einer jüdischen Familie stammenden Frau untersagt, sich weiter in Neurologie und Psychiatrie zu spezialisieren. In einem improvisierten Labor in ihrer Küche machte sie daher Experimente an Hühnerembryonen.

1947 wurde Levi-Montalcini an die Washington University von Saint Louis im US-Bundesstaat Missouri berufen. Dort blieb sie 30 Jahre lang. 1986 erhielt sie zusammen mit Stanley Cohen den Medizin-Nobelpreis. Die Jury würdigte damit nach eigenen Angaben Levi-Montalcinis revolutionäre Entdeckungen zu dem sogenannten Nervenwachstumsfaktor. Sie erlaubten Fortschritte bei der Erforschung von Hirnkrankheiten wie Alzheimer, neurologischen Komplikationen bei Diabetikern und bestimmten Phänomenen bei Krebserkrankungen. 1992 gründete Levi-Montalcini eine nach ihr benannte Stiftung, die afrikanischen Frauen ihr Studium finanziert.

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