Meereisfläche in der Arktis sinkt erneut unter vier Millionen Quadratkilometer

Eisberg vor Grönland

Erneut ist die Ausdehnung des Meereises in der Arktis nach Angaben deutscher Forscher im Laufe der sommerlichen Schmelzperiode auf unter vier Millionen Quadratkilometer gesunken. Das teilten das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) und die Universität Bremen am Freitag unter Berufung auf Satellitendaten mit. Derzeit seien nur 3,9 Millionen Quadratkilometer des Arktischen Ozeans mit Meereis bedeckt.

Nach Angaben der Wissenschaftler ist es erst das zweite Mal seit dem Beginn der satellitengestützten Erfassung, dass die Eisbedeckung auf den Meeren um den Nordpol auf unter vier Millionen Quadratkilometer absinkt. Erstmals geschah dies in den Sommermonaten des Jahres 2012, als dieser Wert bis auf 3,4 Millionen Quadratkilometer zurückging.

Die Experten werden ihre abschließende Eisbilanz der sommerlichen Schmelzperiode im Oktober vorlegen, wenn auch Daten für den übrigen September vorliegen. Mit einem neuen Minusrekord rechnen sie nach eigenen Angaben eher nicht mehr. In der Arktis herrschten bereits wieder Minusgrade. Zwar könne das Meereis bedingt durch die wärmere Wassertemperaturen noch etwas zurückgehen, erklärten sie. Bei sehr kalter Witterung könne es sich allerdings auch schon wieder ausdehnen.

Insgesamt sahen sie den Trend zum klimabedingten langfristigen Rückgang des Meereises am Nordpol bestätigt. Es werde immer wahrscheinlicher, dass es in einigen Jahrzehnten eisfreie Sommer in der Arktis geben werde, erklärte der AWI-Meereisexperte Christian Haas. "Dies bedeutet einschneidende Veränderungen für die Arktis - mit Konsequenzen für das Klima- und Ökosystem und uns Menschen, einschließlich in Europa."