Werbung

Mehr als 130 von Bewaffneten entführte Schüler in Nigeria wieder frei

Mehr als 130 von Bewaffneten in Nigeria entführte Schüler sind nach Behördenangaben wieder frei. Armeesprecher Edward Ruba veröffentlichte Fotos von staubbedeckten Kindern in Schuluniformen in Bussen. (Haidar Umar)
Mehr als 130 von Bewaffneten in Nigeria entführte Schüler sind nach Behördenangaben wieder frei. Armeesprecher Edward Ruba veröffentlichte Fotos von staubbedeckten Kindern in Schuluniformen in Bussen. (Haidar Umar)

Mehr als 130 von Bewaffneten in Nigeria entführte Schüler sind nach Behördenangaben wieder frei. "Die entführten Schüler der Kuriga-Schule sind unverletzt freigelassen worden", erklärte der Gouverneur des nordwestlichen Bundesstaates Kaduna, Uba Sani, am Sonntag. Armeesprecher Edward Ruba veröffentlichte Fotos von staubbedeckten Kindern in Schuluniformen in Bussen. Von den insgesamt "137 geretteten Geiseln" seien 76 Mädchen und 61 Jungen, sagte er. Sie seien im Bundesstaat Zamfara gerettet worden.

Lehrer und Bewohner hatten die Anzahl der verschleppten Kinder zuvor mit rund 250 beziffert. Die Kinder waren in dem Dorf Kuriga Anfang März bei dem Angriff Bewaffneter auf eine Schule verschleppt worden - dies war der größte Angriff seit Jahren. Medienberichten zufolge sind die Kinder zwischen acht und 15 Jahren alt.

Unstimmigkeiten bei der Zahl von Entführungsopfern sind in Nigeria üblich, was auf unklare erste Berichte nach Angriffen zurückzuführen ist oder auf die Rückkehr von Menschen, die zwar nicht entführt wurden, aber vor den Angriffen geflohen waren. Unklar war aber, warum in diesem Fall ein so großer Unterschied blieb. Buba sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass "alle Gefangenen gerettet wurden".

Präsident Bola Ahmed Tinubu begrüßte die Nachrichten und den "unermüdlichen Einsatz" derjenigen, die an der Rettung beteiligt waren. Tinubu war mit dem Versprechen gewählt worden, etwas gegen die schlechte Sicherheitslage in Nigeria zu tun. Kritikern zufolge hat sich seither jedoch nicht viel getan.

"Der Präsident versichert Nigerianern, dass seine Regierung detaillierte Strategien entwickelt, um sicherzustellen, dass unsere Schulen sichere Zufluchtsorte des Lernens sind", keine Orte für "mutwillige Entführungen", erklärte Tinubus Sprecher.

Soldaten hatten in Wäldern nach den Schülern aus Kuriga gesucht. Ihre Angehörigen gaben an, dass die Täter ein großes Lösegeld verlangten - Tinubu erklärte aber, er habe die Sicherheitskräfte angewiesen, kein Geld auszuzahlen. Gouverneur Sani sprach von einem "Tag der Freude", gab aber nicht an, wie die Schüler frei kamen.

Im Nordwesten Nigerias finden häufig Entführungen durch kriminelle Banden statt. Diese haben es meistens auf Schulen, Dörfer oder Schnellstraßen abgesehen, wo sie rasch eine große Anzahl Menschen in ihre Gewalt bringen und anschließend Lösegeld für sie erpressen können.

Neben den Dschihadisten im Nordosten hat der bevölkerungsreichste Staat Afrikas mit kriminellen Banden im Nordwesten und Gewalt zwischen Gemeinden im Zentrum des Landes zu kämpfen. Geiselnahme ist in Nigeria zu einer regelrechten Industrie geworden. Einige Experten schätzen, dass die wirtschaftliche Krise für einen Anstieg der Entführungen sorgt.

Hunderte Schulkinder und Studierende waren in den vergangenen Jahren bei Massenentführungen verschleppt worden - auch wenn es vor den Angriffen in Kuriga eine Abnahme der Entführungen gab. Nach Wochen oder Monaten in versteckten Waldlagern wurden fast alle nach Zahlung von Lösegeld freigelassen. Ein Gesetz aus dem Jahr 2022 verbietet es allerdings, Entführern Geld auszuhändigen.

oer/lan