"Nicht mehr am Abgrund": Auch die Deutsche Bank sieht die Aussichten für die Konjunktur nun weniger pessimistisch

Containerschiffe liegen im Hamburger Hafen am Terminal Tollerort, an dem der chinesische Konzern Cosco einen Anteil von 24,9 Prozent erwerben will. - Copyright: Picture Alliance
Containerschiffe liegen im Hamburger Hafen am Terminal Tollerort, an dem der chinesische Konzern Cosco einen Anteil von 24,9 Prozent erwerben will. - Copyright: Picture Alliance

Die Deutsche Bank hat die Aussichten der deutschen Wirtschaft in diesem Kriegsjahr stets besonders düster gesehen. Ökonomen der Deutschen Bank Research warnten früh und eindringlich vor einer tiefen Rezession und wiesen in eisigen Szenarien auf die Risiken eines Gasmangels und seiner Folgen hin. Nun haben sich die Aussichten für die Konjunktur in Deutschland auch in den Augen der Deutschen Bank aufgehellt. Ihren neuen Ausblick "Focus Deutschland" steht daher unter Überschrift "Back from the brink" - "Zurück vom Abgrund".

Das Team von DB Research nennt vor allem zwei Gründe für die Verbesserung: Zum einen habe sich das Risiko eines Gasmangels deutlich verringert. Zum anderen würden die staatlichen Hilfen für Haushalte deutlich höhere ausfallen als erwartet. Dies könne den privaten Konsum stabilisieren. Die Rezession könne daher "weniger tief werden als noch vor ein paar Wochen erwartet", schreiben die Ökonomen.

"Über die Tiefe der Rezession entscheiden nun die Konsumenten", heißt es weiter. Die Haushalte müssten trotz der ersten höheren Tarifabschlüsse wie in der Metallindustrie und der staatlichen Hilfen mit einem "realen Einkommensschock" zurechtkommen. DB Research erwartet weitere Tarifabschlüsse nach dem Vorbild der Metaller mit eher moderaten Lohn- und Gehaltserhöhungen plus kräftiger Einmalzahlungen. Die effektiven Arbeitseinkommen würden 2023 um sechs Prozent zunehmen. Für die Inflation erwartet DB Research auch im kommenden Jahr noch einen höheren Wert von 7,3 Prozent.

Größere Probleme erwarten die Ökonomen weiterhin in der Industrie mit einem Rückgang der Produktion um vier Prozent, getrieben vor allem von einem Einbruch der Bauindustrie um 4,7 Prozent im kommenden Jahr. Stabilisierend wirkten die steigenden Ausgaben des Staates und der geringfügig sinkende Konsum der Haushalte.

Die Deutsche Bank wird ihre Prognose zahlenmäßig Ende des Monats anpassen. Zuletzt hatte DB Research für dieses Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um 1,4 Prozent, für das nächste Jahr aber einen Einbruch um 1,6 Prozent vorhergesagt. Das liegt am untersten Ende der Erwartungen von Banken, Konjunkturforschern und Institutionen. Inzwischen hätten sich aber die "Aufwärtsrisiken"