Mehr als 200 Kämpfer gegen IS stammen aus Deutschland

Frau und Kind fliehen vor den Gefechten zwischen der irakischen Armee und dem IS in Mossul. Foto: Felipe Dana/Archiv

Mehr als 200 Menschen sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums aus Deutschland ausgereist, um an der Seite kurdischer Milizen in Syrien und dem Irak gegen die IS-Terrormiliz zu kämpfen - unter ihnen 69 mit deutschem Pass.

Nicht erfasst seien Personen, die sich den kurdischen Streitkräften im Irak, den sogenannten Peschmerga, anschließen wollten, berichtet die «Neue Osnabrücker Zeitung» unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag.

Von den seit 2013 ausgereisten freiwilligen Kämpfern seien bislang 102 zurückgekehrt, darunter 43 Deutsche. Drei deutsche Staatsbürger kamen demnach auf Seiten der Anti-IS-Koalition ums Leben. Einer der Kämpfer aus Deutschland sei bei einem türkischen Luftangriff auf ein syrisches Dorf getötet worden. Dazu schreibt die Bundesregierung nach Angaben der Zeitung, die genauen Todesumstände seien ihr nicht bekannt. «Es bestand daher keine Veranlassung, seinen Tod mit der türkischen Regierung zu thematisieren.»

Die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke kritisierte diese Haltung. Dass der Generalbundesanwalt keine Ermittlungen in dem Fall aufgenommen habe, sei skandalös. «Ich kann mir dieses Verhalten nur als Geschenk an die Türkei erklären», sagte Jelpke. Die Bundesregierung rät dringend davon ab, in die Kampfgebiete im Irak oder Syrien zu reisen.

Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes

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