Mehr als 670 Festnahmen: Protestwelle in Ecuador geht weiter

Bei erneuten Massenprotesten in Ecuadors Hauptstadt Quito ist es zum Zusammenstoß zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Tausende Menschen gingen auf die Straßen. Sie legten Feuer und warfen Steine auf die Polizisten. Die wiederum reagierten mit dem Einsatz von Tränengas. Hintergrund der Proteste ist die Erhöhung der Spritpreise . Die Regierung von Präsident Lenín Moreno strich die Treibstoff-Subventionen.

"Wir werden kämpfen, bis er geht - dieser Mann, der nichts wert ist", so einer der Demonstranten. "Wir kämpfen alle, es sind nicht nur vier Anhänger Correas, sondern ganz Ecuador."

Rafael Correa ist der ehemalige Präsident Ecuadors. Unter anderem ihm wirft Moreno vor, hinter den Protesten zu stecken - als Teil eines Staatsstreichs. Nach offiziellen Angaben hatten Gewerkschaften und die Konföderation der Indigenen Völker (CONAIE) zu den jüngsten Demonstrationen in Quito aufgerufen.

In der Hafenstadt Guayaquil fand ein sogenannter "Weißer Marsch" mit einer Kundgebung statt. Die Teilnehmer fordern das Ende der Unruhen in ihrem Land.

Diana Gonzalez, eine Einwohnerin Guayaquils sagte: 

"Wir sind hier, um das Recht auf Frieden zu verteidigen, um zu sagen: 'Es ist genug, es reicht mit dem Streik.' Lasst uns zu einer Einigung kommen, lasst uns einander verstehen. Das ist alles."

Die ersten Ausschreitungen hatte es vor rund einer Woche gegeben. Inzwischen hat die Regierung den Notstand verhängt und ihren Sitz wegen der angespannten Lage von Quito nach Guayaquil verlegt. Nach Angaben des Innenministeriums wurden bislang mehr als 670 Demonstranten festgenommen.