Keine Corona-Entwarnung in Frankreich

Alexandra DEL PERAL
·Lesedauer: 2 Min.
Corona-Patient in Saint-Etienne
Corona-Patient in Saint-Etienne

Keine Corona-Entwarnung in Frankreich: Zwei Wochen nach Inkrafttreten der strikten Ausgangsbeschränkungen hat die Regierung die Bürger zum Durchhalten ermahnt. Angesichts der neuen Höchstzahl von fast 33.000 Corona-Patienten in den Krankenhäusern wäre es "unverantwortlich", den Lockdown aufzuheben "oder auch nur zu lockern", sagte Regierungschef Jean Castex. Die Franzosen hoffen nun auf den 1. Dezember.

Die Zahl der Coronavirus-Patienten in französischen Krankenhäusern ist inzwischen höher als während der ersten Welle im Frühjahr. Wie Premier Castex am Donnerstagabend mitteilte, geht derzeit jeder vierte Todesfall auf die Lungenkrankheit Covid-19 zurück. Mit fast 43.000 Todesfällen ist Frankreich nach absoluten Zahlen eines der am stärksten betroffenen Länder Europas.

Die Intensivstationen sind zu 95 Prozent belegt, wie Gesundheitsminister Olivier Véran mitteilte. Der Höhepunkt der zweiten Welle wird nach seinen Angaben zu Beginn der kommenden Woche erwartet.

Frühestens am 1. Dezember können die bisher geschlossenen Geschäfte des nicht täglichen Bedarfs auf eine Öffnung hoffen. Allerdings hänge alles von der Entwicklung der Pandemie ab, betonte Castex. Viele Einzelhändler fürchten um das Weihnachtsgeschäft, in dem sie den größten Umsatz des Jahres machen.

"Unser Ziel ist es, neue Erleichterungen zu Weihnachten möglich zu machen", sagte Premier Castex. Auf "große Feiern" müssten die Familien aber in diesem Jahr verzichten, mahnte er.

Zugleich kündigte die Regierung verschärfte Kontrollen der Ausgangssperre an. Unter dem neuen Lockdown dürfen die Franzosen in der Regel nur aus zwingenden beruflichen oder medizinischen Gründen sowie zum Einkaufen und für kurze sportliche Betätigungen aus dem Haus. Das soll auch nach dem 1. Dezember so bleiben, wie Castex sagte. Anders als im Frühjahr sind die meisten Schulen und Kitas aber weiterhin geöffnet, auch viele Wirtschaftszweige müssen nicht pausieren.

Wegen der Corona-Krise zeichnet sich auch eine Verschiebung der Regionalwahlen in Frankreich ab: Ein Expertengremium empfahl der Regierung am Freitag, diese erst im Juni kommenden Jahres abzuhalten statt wie geplant im März. Die Wahlen gelten als wichtiger Stimmungstest vor der Präsidentschaftswahl 2022.

lob/jes