Mehr als hundert Verletzte bei Zusammenstößen in mazedonischem Parlament

Oppositionsführer Zaev bei Sturm auf Parlament verletzt

Bei der Erstürmung des Parlaments von Mazedonien und anschließenden Schlägereien sind nach Polizeiangaben mehr als einhundert Menschen verletzt worden. Insgesamt seien bei dem Gewaltausbruch in Skopje am Donnerstagabend 102 Menschen verletzt worden, darunter 22 Polizisten und drei Abgeordnete, erklärte die Polizei am Freitag. Die Lage rund um das Parlamentsgebäude und in der Innenstadt habe sich inzwischen wieder "normalisiert", hieß es.

Am Donnerstagabend hatten nationalistische Demonstranten aus Wut über die Wahl des albanisch-mazedonischen Politikers Talat Xhaferi zum Parlamentspräsidenten das Parlament gestürmt. Mazedonien wird seit 2015 von einer politischen Krise gelähmt. Auch Parlamentswahlen im Dezember hatten keinen Ausweg gebracht.

Präsident Gjorge Ivanov weigert sich seitdem, dem Sozialdemokraten und bisherigen Oppositionsführer Zoran Zaev ein Mandat zur Regierungsbildung zu erteilen, obwohl dieser mit den albanischen Abgeordneten eine Mehrheit im Parlament hätte. Ivanov wirft Zaev vor, "Mazedoniens Souveränität zu untergraben". Die Wahl hatte die rechtskonservative VMRO-DPMNE von Ex-Regierungschef Nikola Gruevski knapp gewonnen.

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