Elterngeld trotz steigender Väteranteile vor allem von Müttern genutzt

Zahl der Ehescheidungen nahezu unverändert

Das Elterngeld wird trotz steigender Beliebtheit bei Männern nach wie vor deutlich stärker von Frauen genutzt. Von allen Eltern, die im vergangenen Jahr die staatliche Unterstützung bekamen, waren mehr als drei Viertel (77,8 Prozent) Mütter, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Insgesamt bezogen 1,64 Millionen Mütter und Väter Elterngeld und damit fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Das Elterngeld wird aber offensichtlich auch bei Männern immer beliebter. Während die Zahl der Elterngeld beziehenden Mütter nur um drei Prozent zulegte, gab es bei den Vätern einen Anstieg um fast zwölf Prozent. Der Väteranteil stieg damit von 20,9 Prozent im Jahr 2015 auf 22,2 Prozent. Den höchsten Väteranteil gab es in Sachsen mit 26,5 Prozent, den niedrigsten im Saarland mit 17 Prozent.

Elterngeld wird ab der Geburt eines Kindes für maximal 14 Monate gezahlt. Ein Elternteil allein kann die Unterstützung aber höchstens zwölf Monate bekommen. Die Höhe ist vom vorherigen Einkommen abhängig. Der Höchstbetrag liegt bei 1800 Euro.

Für ab dem 1. Juli 2015 geborene Kinder kann auch Elterngeld Plus beantragt werden. Dies richtet sich vor allem an Eltern, die Teilzeit arbeiten wollen. Mit der neu eingeführten Unterstützung kann die Bezugsdauer verlängert werden, dafür liegt der Betrag bei maximal der Hälfte des Elterngelds ohne Teilzeiteinkommen.

Auch das Elterngeld Plus zieht laut der jüngsten Statistik vor allem Frauen an. Jede fünfte Mutter (20,1 Prozent), die im Jahr 2016 Elterngeld erhielt und die rechtliche Möglichkeit dazu hatte, plante die Nutzung dieses Angebots ein. Bei den Vätern lag der Anteil nur bei 8,2 Prozent.

Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) wertete die jüngsten Zahlen als Beleg für den Erfolg des Elterngelds. Die Daten zeigten, "dass wir auf dem richtigen Weg sind", erklärte sie. Die Eltern von heute lebten mehr Partnerschaft, der Anteil der Väter steige seit Jahren. Zudem entschieden sich immer mehr Mütter dafür, wieder früher in den Beruf einzusteigen. Barley zeigte sich auch überzeugt, mit dem Elterngeld Plus "den Geist der Zeit" getroffen zu haben.

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