Mehrere Tote nach ukrainischen und russischen Luftangriffen

Mehrere Tote nach ukrainischen und russischen Luftangriffen

Bei ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffen sind am Sonntag nach Angaben der russischen Behörden sechs Menschen ums Leben gekommen und mehr als 100 verletzt worden. Am zweiten Tag der russischen Luftangriffe auf Charkiw im Nordosten der Ukraine wurde mindestens eine Person getötet.

Fünf der Todesopfer, darunter zwei Kinder, wurden von herabfallenden Trümmern ukrainischer Raketen erschlagen. Die Flugkörper waren über der Küste von Sewastopol abgefangen worden, einer Hafenstadt auf der von Russland annektierten Krim. Eine weitere Person sei in der Stadt Graiworon in der russischen Region Belgorod an der Grenze zur Ukraine gestorben, erklärte der zuständige Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow.

Michail Raswoschajew, der von Russland eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, gab an, dass in der Stadt 151 Menschen verletzt worden seien. Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti meldete, dass herabfallende Raketensplitter einen Waldbrand von über 150 Quadratmetern verursacht und ein Wohnhaus in Brand gesetzt hätten. Eine weitere Rakete sei über der Stadt explodiert.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, sowohl die Ukraine als auch die USA trügen "die Verantwortung für einen absichtlichen Raketenangriff auf Zivilisten". Bei dem ukrainischen Angriff seien von den USA gelieferte ATACMS-Raketen eingesetzt worden.

Raswoschajew erklärte den Montag in Sewastopol zum Trauertag, öffentliche Veranstaltungen wurden abgesagt.

Wie das russische Verteidigungsministerium am Sonntag mitteilte, schoss die Luftabwehr in der Nacht 33 ukrainische Drohnen über den westlichen Regionen Brjansk, Smolensk, Lipezk und Tula ab. Es wurden keine Verletzten und keine Schäden gemeldet.

Neue Angriffe auf Charkiw

Bei einem erneuten Luftangriff auf Charkiw wurden am Sonntag nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens eine Person getötet und elf weitere verwundet. Bürgermeister Ihor Terechow sagte, die Stadt sei mit einer gelenkten Bombe angegriffen worden. Etwa die Hälfte von Charkiw sei aufgrund des Angriffs von der Stromversorgung abgeschnitten.

Bereits am Samstagnachmittag hatte Russland vier Bomben auf Charkiw geworfen, die ein fünfstöckiges Wohnhaus trafen und drei Menschen töteten. Der Gouverneur der Region, Oleh Syniehubov, erklärte, dass 41 Menschen noch immer wegen ihrer Verletzungen behandelt würden.

In einer Videoansprache nach dem Angriff forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Partner der Ukraine auf, die Luftabwehr zu verstärken.

"Moderne Luftverteidigungssysteme für die Ukraine - wie Patriots, eine beschleunigte Ausbildung unserer Piloten für F-16-Flieger und vor allem eine ausreichende Reichweite für unsere Waffen - sind wirklich notwendig", sagte er.

Zwei Menschen wurden durch herabfallende Trümmerteile verletzt, als in der Nacht zwei russische Raketen über der Region Kiew abgeschossen wurden, gab der Kommandeur der ukrainischen Luftwaffe, Mykola Oleschuk, an.

Der Regionalgouverneur der teilweise besetzten ukrainischen Region Donezk, Vadym Filashkin, sagte, dass bei russischen Angriffen am Samstag zwei Menschen getötet und vier verwundet wurden.

Russisches Lagerhaus mit iranischen Drohnen zerstört

Darüber hinaus veröffentlichte die ukrainische Marine am Sonntag Fotos, die ihrer Ansicht nach die Zerstörung eines Lagerhauses in der südlichen russischen Region Krasnodar bestätigen, das zum Abschuss und zur Lagerung von Drohnen iranischer Bauart vom Typ Shahed gedient haben soll.

Nach Angaben der Marine wurden bei dem Angriff am Freitagabend Ausbilder und Kadetten getötet. Moskau hat sich zu den Berichten noch nicht geäußert, aber Verantwortliche gaben an, die Luftabwehr habe in der Nacht zum Freitag eine Reihe von Drohnen in der Region abgeschossen.