Meinung: Pro und Contra: Tablets für Gefängnis-Insassen

Bis 2021 sollen alle Berliner Häftlinge mit Tablets ausgestattet werden

Pro: Resozialisierung lohnt sich

Die Lebensverhältnisse im Gefängnis sollten so weit wie möglich an die Verhältnisse in Freiheit angepasst werden. So steht es im Gesetz für den Strafvollzug – und so ist es auch sinnvoll. Denn natürlich sollen Gefangene bestraft werden und im Knast kein Luxusleben haben. Sie sollen aber auch die Möglichkeit erhalten, nach ihrer Entlassung ein straffreies Leben führen zu können.

Bild Nr. 1:
Morgenpost-Redakteur Ulrich Kraetzer Krauthoefer

Sie sollen sich trotz einer mitunter jahrelangen Zeit hinter Gittern in der Gesellschaft zurechtfinden – und sie sollen arbeiten. Wie aber soll das funktionieren, wenn die Gefangenen zwar in der Gefängnis-Werkstatt weitgehend sinnfreie Tätigkeiten ausüben können, die im wirklichen Leben kein Betrieb mehr braucht – sie aber keinen Zugang zu dem wohl wichtigsten Mittel unserer Kommunikation haben, nämlich einem Computer und einem Zugang zum Internet? 1,3 Millionen Euro für zunächst nur 35 Tablets ist viel Geld.

Doch die Technik muss wegen des Einsatzes im Gefängnis spezielle Sicherheitsanforderungen erfüllen. Das kostet. Und wenn der Zugang zu der Elektronik hilft, Straftätern die Resozialisierung zu ermöglichen, profitieren nicht nur sie selbst davon, sondern wir alle. Das sollte es uns wert sein.

Contra: Betreutes Surfen

Gefangene auf die Bildungsseiten des Internets! Ein bisschen Wikipedia und Lernprogramme, damit sich die Insassen mit einem steuerfinanzierten Tablet in der Hand während der Haft weiterbilden. „Resozialisierung durch Digitalisierung“, so die Parole des Justi...

Lesen Sie hier weiter!