Mensch aus einem der größten Slums stirbt an Coronavirus

In Indien gilt eine wegen des Coronavirus verhängte Ausgangssperre. Lebensmittelläden, Apotheken und Banken sind weiterhin geöffnet.

Mumbai (dpa) - Ein Bewohner aus einem der größten Slums der Welt ist in Indien nachweislich am neuartigen Coronavirus gestorben. Nun fürchten lokale Behörden, dass sich das Virus dort rasch ausbreiten wird.

Der 56-Jährige aus dem Dharavi-Slum in der indischen Millionenmetropole Mumbai war kurz vor seinem Tod am Mittwochabend als erster Mensch in seinem Slum positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, sage ein Behördenmitarbeiter der Deutschen Presse-Agentur. Er hätte davor keine Reisen unternommen.

Im Dharavi-Slum leben geschätzt bis zu einer Million Menschen dicht an dicht auf fünf Quadratkilometern. Oft teilen sich acht bis zehn Menschen ein Zimmer. Viele Haushalte nutzen die gleichen sanitären Anlagen. Um die Verbreitung des Virus im Slum möglichst einzudämmen, dürften sieben Bewohner des Hauses des Verstorbenen ihre Wohnungen nicht verlassen bis ihre Coronavirus-Testresultate vorliegen, sagte der Behördenmitarbeiter. Die Betroffenen würden in dieser Zeit mit Essen und Wasser versorgt.

Am Donnerstag lag auch ein zweites positives Testergebnis aus dem Dharavi-Slum vor. Ein infizierter 52-jähriger Müllmann, seine Familie und Kollegen mussten ebenfalls in Heimquarantäne.

In Indien - dem zweibevölkerungsreichsten Land nach China mit 1,3 Milliarden Menschen - gibt es zurzeit knapp 2000 bestätigte Coronavirus-Fälle, unter ihnen 50 Menschen, die an den Folgen der Infektion gestorben sind. Die Zahlen sind relativ niedrig, weil Indien verhältnismäßig wenig testet.