Menschenrechtsbeauftragte Kofler kritisiert Hinrichtung in Japan

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Bärbel Kofler hat die jüngste Hinrichtung in Japan mit "Bestürzung" aufgenommen. Die Todesstrafe sei eine "unmenschliche und grausame Art der Bestrafung", welche die Bundesregierung "unter allen Umständen" ablehne, erklärte Kofler am Freitag. Deutschland setze sich gemeinsam mit seinen Partnern in der Europäischen Union für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe ein.

Die japanische Regierung hatte am Donnerstag die Hinrichtung des 40-jährigen Chinesen Wei Wei bekanntgegeben. Dieser hatte zugegeben, gemeinsam mit zwei Mittätern im Jahr 2003 einen japanischen Geschäftsmann, dessen Frau sowie dessen acht und elf Jahre alten Kinder getötet zu haben.

Seit Dezember 2012 seien in Japan insgesamt 39 Menschen hingerichtet worden, erklärte Kofler. Derzeit befinden sich nach den Erkenntnissen der Menschenrechtsbeauftragten 109 zum Tode verurteilte Häftlinge in japanischen Gefängnissen.

Die Anzahl der Staaten, welche die Todesstrafe abgeschafft haben oder nicht mehr vollstrecken, wachse weltweit weiterhin, erklärte Kofler. Mehr als 130 Staaten verzichteten auf die Todesstrafe oder deren Vollstreckung, während in etwa 50 Staaten Todesurteile vollstreckt würden.