Internationaler Einsatz in Mali wird vorbereitet

Merkel bekräftigt Hilfsangebot für Frankreich

Vier Tage nach dem Beginn des französischen Militäreinsatzes gegen die Islamisten in Mali laufen die Vorbereitungen für ein internationales Vorgehen auf Hochtouren. Die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS beriet über ihren geplanten Militäreinsatz, am Donnerstag wollen die EU-Außenminister laut Diplomaten über eine EU-Ausbildungsmission in Mali sprechen. In Mali begann die französische Armee mit Vorbereitungen für ihren ersten Einsatz am Boden.

Die Generalstabchefs mehrerer westafrikanischer Länder berieten in Malis Hauptstadt Bamako über die ECOWAS-Eingreiftruppe, deren Soll-Stärke auf 3300 Mann angesetzt ist, darunter 900 Nigerianer. Die Regierung in Abuja kündigte an, die ersten nigerianischen Soldaten würden binnen 24 Stunden nach Mali entsandt.

Auch Benin, Ghana, Niger, Senegal, Burkina Faso und Togo sagten die Entsendung von Soldaten zu, Burundi signalisierte ebenfalls Bereitschaft dazu. Frankreichs Präsident François Hollande sagte bei einem Besuch in Abu Dhabi, es werde allerdings mindestens eine Woche dauern, bis die ECOWAS-Truppe voll einsatzfähig sei. Experten befürchten, dass dies sogar Monate dauern könnte.

Zu dem bevorstehenden Treffen der EU-Außenminister sagte ein Diplomat in Brüssel: "Das Ziel ist, die Planungen schnell an die neue Situation anzupassen, die durch Frankreichs Eingreifen entstanden ist." Im Rahmen des Einsatzes sollen aber keine europäischen Soldaten an Kampfhandlungen teilnehmen. Die Minister hatten bereits im vergangenen Jahr beschlossen, Malis Armee bei Ausbildung und Neuorganisation zu unterstützen. Diese Planungen sollen nun beschleunigt werden.

Bei dem Treffen könnten die Außenminister endgültig grünes Licht für die EU-Trainingsmission in Mali geben. Der Einsatz soll insgesamt rund 500 Mann umfassen, darunter bis zu 250 Ausbilder. Die Mission, an der sich auch Deutschland beteiligen will, soll laut Diplomaten Mitte Februar starten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte derweil Deutschlands Bereitschaft zur Unterstützung für den französischen Militäreinsatz. "Wir überlegen, ob wir logistische Unterstützung leisten oder humanitäre Hilfe", sagte Merkel auf NDR Info. Es gehe in Mali darum, dass Extremisten nicht die Oberhand über das ganze Land gewinnen. Sorgen, dass Deutschland in einen neuen Krieg hineingezogen werden könnte, seien aber jedenfalls unberechtigt.

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte in Berlin, in enger Abstimmung mit Frankreich werde geprüft, "wie viele Flugzeuge, für welchen Zeitraum, wohin und für wen" Deutschland fliegen könnte.

In Bamako rückten laut Augenzeugen hunderte französische und malische Soldaten Richtung Diabali aus, um die Stadt im Norden des Landes von den Islamisten zurückzuerobern. Aktivitäten französischer Bodentruppen wurden auch aus Niono gemeldet. Von dort hätten sich am späten Nachmittag hunderte französische und malische Soldaten in gepanzerten Fahrzeugen auf den Weg in die rund 50 Kilometer entfernte Stadt Diabali gemacht, teilte ein Stadtverordneter von Niono mit. Ein weiterer Bewohner von Niono bestätigte die Angaben.

Aus malischen Sicherheitskreisen hieß es: "Bis morgen werden wir Diabali mit den Franzosen einnehmen." Islamisten hatten die Stadt, die rund 400 Kilometer nördlich von Bamako liegt, am Montag überrannt. Frankreich flog daraufhin Luftangriffe auf Diabali.

Ein Einwohner aus einem Nachbarort sagte, Islamisten hätten die Stadt nach den Bombardements fluchtartig verlassen. Aus örtlichen Sicherheitskreisen verlautete, die Islamisten hielten sich noch in der Gegend auf. Laut Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian kontrollierten sie entgegen früherer Angaben der malischen Armee zudem weiter die zentralmalische Stadt Konna.

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