Merkel kündigt Entwicklungsprojekt in Marokko zusammen mit Visegrad-Staaten an

Angela Merkel nach dem Treffen mit der Visegrad-Gruppe

Vor dem Hintergrund der Differenzen in der Flüchtlingspolitik hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein gemeinsames Entwicklungsprojekt mit den Visegrad-Staaten in Marokko angekündigt. Das Vorhaben sei in Gesprächen mit den Regierungschefs aus Polen, Tschechien, Ungarn und der Slowakei beschlossen worden, sagte Merkel im Anschluss an das Treffen am Donnerstag in Bratislava. Berlin und die Visegrad-Länder wollten damit "ein Zeichen setzen, dass wir zusammenarbeiten, wenn es um die Bekämpfung von Fluchtursachen geht".

Merkel wertete die Einigung auf das Projekt als "Beispiel, dass wir auch in diesem Bereich enger zusammenarbeiten wollen". Zwischen Deutschland und den Visegrad-Staaten, insbesondere Ungarn und Polen, war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Streit im Umgang mit Migranten gekommen. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hatte Merkels Flüchtlingspolitik wiederholt scharf angegriffen.

Viele Flüchtlinge versuchten zuletzt, von Marokko aus nach Europa zu gelangen. Dabei ereigneten sich immer wieder Unglücke von Migrantenbooten auf dem Mittelmeer. Vergangenen Monat ertranken beim Untergang zweier Boote mehr als 170 Menschen. Zudem versuchten Flüchtlinge, die marokkanische Grenze zu den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika zu überqueren.