Merkel würdigt Arbeit von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern

Flüchtlingshelfer berichteten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Treffen im Kanzleramt über ihre Erfahrungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in Deutschland gewürdigt. "Sie haben sich von der ersten Stunde an bis heute engagiert", sagte Merkel bei einem Treffen mit rund 140 Flüchtlingshelfern am Freitag im Kanzleramt in Berlin. Der Staat allein hätte die großen Herausforderungen durch die Flüchtlinge nicht schaffen können.

Merkel sagte, die Vielzahl der Flüchtlinge habe die Bundesrepublik vor eine "organisatorische Großherausforderung und emotionale Herausforderung" gestellt. Die erste Phase sei unter großen Anstrengungen bewältigt worden. Jetzt stehe stärker die Integration der Menschen im Vordergrund.

Sie verwies darauf, dass nach wie vor jeden Monat immer noch rund 14.000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Diejenigen, deren Asylantrag abgelehnt werde, müssten das Land wieder verlassen. Nur dann könne den Hiergebliebenen wirklich geholfen werden.

Die Kanzlerin räumte ein, dass die Flüchtlinge nicht bei allen Menschen willkommen sind. Die einen engagierten sich und blickten positiv auf die Zuwanderung. Andere seien stark verunsichert und sagten, sie könnten nicht mehr auf die Straße gehen. "Die muss ich natürlich auch ernst nehmen, ich bin Bundeskanzlerin für alle", sagte Merkel.

Zahlreiche Vertreter von lokalen Flüchtlingsinitiativen berichteten bei dem Treffen über ihre Erfahrungen vor Ort und auch über ihre Probleme etwa mit den Behörden. "Wir Ehrenamtliche erleben oft, dass wir bei den Behörden auf verschlossene Türen stoßen", sagte die Vertreterin einer Initiative. "Das Frustpotenzial ist so groß, dass wir manchmal das Gefühl haben, unsere Integrationsbemühungen werden sabotiert."

Eine andere Flüchtlingsinitiative kritisierte, dass neugeborene Kinder von anerkannten Flüchtlingsfamilien nicht automatisch den Anerkennungstitel ihrer Eltern erhalten. Merkel versprach, das dem nachgegangen werde.

Die Begegnung war ursprünglich bereits Mitte März geplant gewesen, aber wegen einer USA-Reise der Kanzlerin verschoben worden.

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