Merkel will bis Ende der Wahlperiode Kanzlerin sein - und dann aufhören

Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt bleiben, dann aber das Kanzleramt abgeben. In der Sitzung des CDU-Bundesvorstands sagte Merkel, dies sei ihre letzte Amtszeit, wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass Merkel auf dem Parteitag der CDU in Hamburg nicht mehr für den Parteivorsitz kandidieren will.

Die Kanzlerin betonte bislang stets, Parteivorsitz und Kanzleramt müssten in einer Hand liegen. "Die Kanzlerin hat gesagt, sie stehe für die gesamte Legislaturperiode zur Verfügung", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag zur politischen Zukunft Merkels. "Das hat sie seitdem mehrfach öffentlich wiederholt - und das ist alles, was ich Ihnen dazu sagen kann."

In der Sitzung des CDU-Vorstands stellte Merkel klar, dass sie als Kanzlerin für den Rest der Wahlperiode im Amt bleiben will. Die Legislaturperiode dauert regulär noch bis zum Herbst 2021. Danach will Merkel auch keinen Posten in Brüssel übernehmen, wie Teilnehmer der CDU-Bundesvorstandssitzung AFP berichteten.

Merkel habe vor dem Parteivorstand "bewegende Worte" gesprochen, berichteten Teilnehmer. Die Runde habe Merkel danach mit stehendem Applaus bedacht. Merkel machte den Angaben zufolge einen "ehrlich traurigen", aber "nicht verbitterten" Eindruck. Sie habe darum gebeten, dass die Diskussion um ihre Nachfolge "bitte liebevoll miteinander geführt wird".

Der Rückzug Merkels vom Parteivorsitz kommt einen Tag nach der Landtagswahl in Hessen: Dort ist die CDU zwar erneut stärkste Kraft geworden, die Christdemokraten rutschten im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren aber um 11,3 Punkte auf 27 Prozent ab.

Bereits am Wahlabend wurde in der CDU über die Zukunft Merkels diskutiert. Die Entscheidung zum Rückzug von dem Posten habe sie für sich "schon lange getroffen", sagte Merkel Teilnehmern zufolge im CDU-Bundesvorstand. Demnach plante die Kanzlerin, den Entschluss am kommenden Sonntag bekanntzugeben, wenn die Parteispitze zu einer zweitägigen Klausurtagung im Konrad-Adenauer-Haus zusammenkommt.