Merz bringt stärkere Flexibilisierung des Renteneintrittsalters ins Spiel

CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz

Der CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz hat eine weitergehende Flexibilisierung des Renteneintrittsalters ins Spiel gebracht. "Manche Bürger möchten früher in Rente gehen, andere länger arbeiten oder im Alter noch etwas dazuverdienen", sagte Merz am Mittwoch zu !Focus Online!. "Vielleicht sollten wir über eine stärkere Flexibilisierung des Renteneintrittsalters nachdenken." Kürzlich hatte sich Merz im "Spiegel" für eine längere Lebensarbeitszeit ausgesprochen und gesagt, das Verhältnis zwischen Arbeitszeit und Ruhestand müsse "noch einmal neu justiert werden".

Merz mahnte eine große Reform der Alterssicherung in Deutschland an. "Bis zum Jahr 2025 haben wir eine Antwort auf die Rentenfragen. Aber nur bis dann. Deshalb braucht die Union sehr bald ein eigenständiges, tragendes Konzept", sagte er dem "Focus". Die Niederlande, Dänemark, Schweden und viele andere Länder seien Deutschland "um Jahre, wenn nicht Jahrzehnte voraus". Sie alle stützten die Altersversorgung auf mehrere Säulen.

Deutschland verlasse sich "viel zu sehr" auf die gesetzliche Rentenversicherung. "Wir haben eine verkümmerte zweite und dritte Säule", sagte der frühere Unionsfraktionschef, der auf dem CDU-Parteitag am 25. April als Kandidat für die Nachfolge von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer antritt. In Deutschland gebe es "viel zu wenig betriebliche und private Altersvorsorge".

Wenn eine solche Reform mit den Sozialdemokraten nicht machbar sei, dann müsse die Union "für die Zeit nach 2025 grundlegende eigene Konzepte entwickeln und umsetzen". Das wäre "eine zentrale sozialpolitische Aufgabe der nächsten CDU-geführten Bundesregierung".