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Messer-Angreifer vom Pariser Gare de Lyon wollte "Franzosen angreifen"

Der 32-jährige Malier, der am Samstag im Pariser Bahnhof Gare de Lyon mehrere Menschen verletzt hat, wollte nach Erkenntnissen der französischen Staatsanwaltschaft "Franzosen angreifen". (Thomas SAMSON)
Der 32-jährige Malier, der am Samstag im Pariser Bahnhof Gare de Lyon mehrere Menschen verletzt hat, wollte nach Erkenntnissen der französischen Staatsanwaltschaft "Franzosen angreifen". (Thomas SAMSON)

Der 32-jährige Malier, der am Samstag im Pariser Bahnhof Gare de Lyon mehrere Menschen verletzt hat, wollte nach Erkenntnissen der französischen Staatsanwaltschaft "Franzosen angreifen". Es werde daher wegen schweren Mordversuchs gegen ihn ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag in Paris mit. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Die Antiterrorstaatsanwaltschaft sei derzeit nicht mit dem Fall befasst, hieß es weiter.

Die Erklärungen und die Auswertung seines Mobiltelefons hätten erkennen lassen, dass der Täter es gezielt auf Franzosen abgesehen habe, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Schon zuvor war bekannt geworden, dass der Mann auf einem TikTok-Konto Frankreich wegen seiner Kolonialvergangenheit in Mali und wegen des Militäreinsatzes in der Sahelzone anprangerte. In einem Post vom Dezember erklärte er: "In drei Monaten wird Allah mich in sein Paradies aufnehmen."

Nach der Tat war der Mann vorübergehend in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Die Untersuchung habe jedoch ergeben, dass seine Straffähigkeit nicht eingeschränkt sei, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Der 32-Jährige hatte am Samstag auf dem Bahnhof zunächst seinen Rucksack in Brand gesetzt und dann eine Frau mit einem Messer und einem Hammer verfolgt, ohne sie zu erreichen.

Er verletzte dann einen 66-Jährigen, der ihn festhalten wollte, mit Messerstichen in den Bauch und Hammerschlägen auf den Kopf. Der Mann schwebt nach Angaben der Staatsanwaltschaft weiterhin in Lebensgefahr.

Mehrere weitere Menschen konnten den Angreifer schließlich überwältigen. Einer von ihnen wurde dabei ebenfalls verletzt.

Der Mann hielt sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft seit 2016 legal in Italien auf und war auch legal nach Paris gereist. Er war weder den italienischen noch den französischen Behörden zuvor aufgefallen.

Am Gare de Lyon verkehren sowohl Inlandszüge als auch Züge in die Schweiz und nach Italien. Jedes Jahr werden an dem Bahnhof mehr als hundert Millionen Passagiere abgefertigt. Er gilt als größter Fernverkehrsknotenpunkt Frankreichs.

Der Anschlag ereignete sich weniger als sechs Monate vor den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris. Zu dem Großereignis werden in der französischen Hauptstadt 15 Millionen Besucher erwartet.

kol/ck