Messis Torflaute wirft Fragen auf

Vincent Wuttke
·Lesedauer: 2 Min.

Der FC Barcelona steckt nach dem 1:3 im Clásico gegen Real Madrid am Samstag in einer Mini-Krise. Seit drei Ligaspielen ist das Team von Trainer Ronald Koeman ohne Sieg. Der Niederländer hat vor allem ein großes Sorgenkind: Lionel Messi.

Nachdem der Argentinier im Sommer erfolglos seinen Abgang von den Katalanen vorangetrieben hatte und letztlich doch blieb, läuft er nun seiner Normalform hinterher. Ihm drohen sogar Negativrekorde in seiner Karriere.

Hinsichtlich eigener Torerfolge war Messi zuletzt in der Saison 2005/2006 ähnlich schwach gestartet. Es war seine zweite Saison, damals war er 18 Jahre jung und noch kein Star.

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Aus dem Spiel heraus hat der sechsfache Weltfußballer in La Liga noch gar nicht genetzt, nur ein Elfmeter-Tor ist ihm bisher gegen Villarreal geglückt - am ersten Spieltag. Auch in der Champions League traf der Ausnahmekönner gegen Budapest nur per Strafstoß beim 5:1.

Sonst gab es die große Flaute: Vier Liga-Partien in Folge blieb Messi ohne Tor. Letztes Jahr hatte er ebenfalls zwischendurch vier Einsätze in Folge in der Liga ohne Treffer, davor gab es solch eine Phase zuletzt in der Saison 2013/2014.

Fünf Einsätze ohne Tor nacheinander in La Liga gab es zuletzt ebenfalls in der Saison 2013/2014 – es droht also erneut ein persönlicher Minusrekord.

Und das wirft Fragen auf.

Denn angekündigt hatte er sich nicht. Der Stürmer war in der vergangenen Saison mit 31 Treffern in allen Wettbewerben noch der gefährlichste Spieler des Klubs. Das war zwar der niedrigste Wert seit der Saison 2007/2008, aber immer noch beachtlich. Mit 25 Treffern in La Liga war der Dribbelkünstler Torschützenkönig der Liga.

Verlangt Koeman zu viel Defensivarbeit?

Wieso ist Messi also nicht mehr gefährlich? Koeman verlangt im Vergleich zu seinen Vorgängern deutlich mehr Einsatz in der Defensive. Messi war gegen Real Madrid zum Beispiel mehrfach hinten rechts aktiv und versuchte auch mal hinten links in Strafraumhöhe den Ball zu erobern. In den vergangenen Jahren musste Messi diesen Aufwand nie betreiben und durfte bei gegnerischem Ballbesitz häufig an der Mittellinie verschnaufen.

Zudem sucht der Coach noch nach der richtigen Position für seinen Kapitän. Gegen Villarreal, Celta Vigo und Sevilla operierte Koeman mit Messi als falscher Neun. Der Niederländer hatte vielleicht gehofft, dass Messi dort, wo er unter Pep Guardiola und Tito Vilanova immer spielte, seine Torgefahr wiederfindet.

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Coach Koeman kritisiert Messi

In den vergangenen Wochen lief der Argentinier fast immer als Rechtsaußen auf. Auch dort zündet Messi noch nicht.

Koeman kritisierte seinen Anführer bereits. "Vielleicht könnten Messis Leistungen im Moment besser sein", räumte er ein.

Bei Juventus (Champions League: Juventus Turin - FC Barcelona, Mi. ab 21 Uhr im LIVETICKER) bietet sich Messi nun die Bühne, in Abwesenheit des langjährigen Rivalen von Cristiano Ronaldo zu zeigen, dass die Flaute nur um eine schöpferische Pause war. Denn ohne Messis Treffer, das ist sicher, hat Barca ein großes Problem.