Chef der Kirche des Lichtes der Welt wegen Kindesmissbrauchs in den USA verurteilt

Der Anführer der internationalen Glaubensgemeinschaft La Luz del Mundo (Kirche des Lichtes der Welt), Naasón Joaquín García, ist in Los Angeles wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu knapp 17 Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil fiel am Mittwoch im Rahmen einer Einigung mit der Staatsanwaltschaft weniger hart aus als zunächst von der Anklage gefordert. Opfer des Mexikaners kritisierten die Gerichtsentscheidung scharf.

García stellt sich als Jesus' letzter Apostel dar. Die Kirche La Luz del Mundo mit Sitz in Mexiko hat nach eigenen Angaben rund fünf Millionen Anhänger weltweit.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte García minderjährige Mädchen zu sexuellen Handlungen gezwungen, darunter eine 15-Jährige. Demnach hatte der heute 53-Jährige ihnen gedroht, sie würden sich gegen Gott wenden, sollten sie sich seinen Wünschen widersetzen. Die Vorwürfe bezogen sich auf die Jahre 2015 bis 2019.

Im Juni 2019 war García an einem Flughafen in Los Angeles festgenommen worden. Eine erste Anklage wegen Menschenhandels und Vergewaltigung von Kindern wurde aus formellen Gründen fallen gelassen. García wies zunächst alle Vorwürfe von sich, schließlich bekannte er sich aber des sexuellen Missbrauchs von drei Minderjährigen schuldig.

Der Generalstaatsanwalt von Kalifornien, Rob Bonta, lobte das Urteil gegen García als "entscheidenden Schritt in Richtung Gerechtigkeit". "Wenn es auch niemals den Schaden und das Trauma ungeschehen machen wird, die er als Anführer von La Luz del Mundo angerichtet hat, macht dieses Urteil klar, dass Missbrauchstäter - egal wer sie sind - zur Verantwortung gezogen werden", erklärte Bonta.

La Luz del Mundo nahm ihren Vorsitzenden weiter in Schutz und erklärte ihre "öffentliche Unterstützung für den Apostel Jesu Christi". Die Beweise gegen García seien gefälscht worden. Da er keinen "fairen und gerechten" Prozess bekommen habe, habe er keine andere Wahl gehabt, als eine Einigung mit der Staatsanwaltschaft einzugehen, "um die Kirche und seine Familie zu schützen".

Den Opfern fiel die Strafe nicht hoch genug aus. Eines von ihnen kritisierte das Gericht am Mittwoch dafür, "mit diesem Vergewaltiger verhandelt zu haben". Ein weiteres Opfer ließ erklären, dass sie sich von der Justiz "im Stich gelassen" fühle. García habe ihr ihre Unschuld und ihren Glauben genommen und "sollte lebenslang weggesperrt werden".

yb/bfi

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