Mexiko will bedrohte Wale mit Gefangennahme retten

Mexiko will mit Hilfe von Delfinen den vom Aussterben bedrohten Kalifornischen Schweinswal retten. Von der US-Marine trainierte Delfine sollen die seltenen Meeressäuger in ein Schutzgebiet lotsen, wie Mexikos Umweltminister Rafael Pacchiano sagte

Der Kalifornische Schweinswal ist eine der am stärksten bedrohten Tierarten der Welt - jetzt versucht Mexikos Regierung mit einem umstrittenem Vorhaben, die letzten Exemplare vor dem Aussterben zu retten. Das mexikanische Umweltministerium kündigte am Dienstag (Ortszeit) einen "ambitionierten Notfallplan" an, für den umgerechnet 2,8 Millionen Euro bereitgestellt werden sollen. Einige der Tiere sollen demnach "vorübergehend" in Gefangenschaft genommen werden.

In Freiheit geraten die auch Vaquita genannten Tiere im Golf von Kalifornien immer wieder in illegal ausgebrachte Fischernetze. Wissenschaftlern zufolge gibt es nur noch etwa 30 Kalifornische Schweinswale. Bereits im Jahr 2022 könnte die Spezies demnach vollständig ausgerottet sein.

Einige der noch frei lebenden Tiere sollten deshalb "zu einem Zufluchtsort gebracht werden, wo sie sich ohne das Risiko, in Fischernetzen zu landen, fortpflanzen können", teilte das Umweltministerium mit. An dem Plan beteiligt werden sollen auch mehrere Umweltschutzorganisationen.

Von den Tierschützern kommen allerdings auch Bedenken. Der Vaquita sei kein Tier, dass sich in Gefangenschaft wohlfühlen könne, lautet ein Argument. Auch das Umweltministerium selbst räumte ein, dass es "Unsicherheit" darüber gebe, wie sich die Tiere bei der Suche nach ihnen, der Gefangennahme und anschließenden Umsiedlung verhalten würden.

Bedroht wird der Kalifornische Schweinswal, der mit nur anderthalb Metern Länge die kleinste Walart ist, vor allem durch den illegalen Fischfang. Meist sind die Fischer mit ihren Stell- oder Treibnetzen auf der Jagd nach einem anderen Tier, das ebenfalls als gefährdet gilt - dem Fisch Totoaba. Dessen Schwimmblasen gelten insbesondere in China als Delikatesse und können dort Preise von umgerechnet mehr als 18.000 Euro pro Kilogramm erzielen.

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