MH17-Ermittler veröffentlichten Telefonate zwischen Rebellen und Russen

Die Absturzstelle von Flug MH17 in der Ostukraine

Die Ermittlungen zum Abschuss von Flug MH17 über der Ostukraine haben neue Hinweise auf eine Beteiligung Russlands erbracht. Das internationale Ermittlerteam veröffentlichte am Donnerstag Telefonmitschnitte zwischen führenden, pro-russischen Rebellen in der selbsterklärten Republik Donezk sowie "ranghohen russischen Verantwortlichen".

Die Analyse zeige, dass der Einfluss Russlands auf die Republik Donezk "über militärische Unterstützung hinausging", sagte der Chef der Kriminalabteilung der niederländischen Polizei, Andy Kraag. Die Ermittler kamen auch zu dem Schluss, dass bei der Kommunikation zwischen den Rebellen in der Ostukraine und den russischen Verantwortlichen eine Verschlüsselungstechnologie genutzt wurde, "die offenbar vom russischen Geheimdienst zur Verfügung gestellt wurde".

Die Passagiermaschine der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ukraine abgeschossen worden, alle 298 Insassen starben. Ein Großteil der Opfer waren Niederländer und Australier, aber auch vier Deutsche kamen ums Leben.

Nach fünfjährigen Nachforschungen machte das internationale Ermittlerteam unter niederländischer Führung im Juni drei Russen und einen Ukrainer für den Tod der Menschen verantwortlich. Das Ermittlerteam identifizierte die Verdächtigen als die Russen Igor Girkin, Sergej Dubinski und Oleg Pulatow sowie den Ukrainer Leonid Chartschenko. Sie seien dafür verantwortlich, die "tödliche Waffe", eine Rakete des Typs BUK, in die Ostukraine gebracht zu haben.

Der Prozess gegen die Verdächtigen soll im März 2020 beginnen. Das Verfahren dürfte in Abwesenheit der Beschuldigten erfolgen. Russland weist jede Beteiligung an dem Abschuss der Maschine zurück. Im Osten der Ukraine kämpfen nach wie vor pro-russische Rebellen gegen ukrainische Regierungssoldaten.