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Miele will 700 Stellen in Gütersloh streichen - und viele weitere weltweit

Der Hausgerätehersteller Miele will wegen sinkender Nachfrage nach seinen Produkten weltweit Stellen streichen oder verlagern. (Tobias SCHWARZ)
Der Hausgerätehersteller Miele will wegen sinkender Nachfrage nach seinen Produkten weltweit Stellen streichen oder verlagern. (Tobias SCHWARZ)

Der Hausgerätehersteller Miele will wegen sinkender Nachfrage nach seinen Produkten weltweit Stellen streichen oder verlagern. Bis zu 2700 Jobs könnten entfallen oder von Verlagerung betroffen sein - und allein am Standort Gütersloh sollten 700 Stellen gestrichen werden, weil die dortige Produktion von Waschmaschinen fast komplett nach Polen verlegt wird: Dies teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Zur Begründung verwies es auf den "weltweiten Einbruch der Nachfrage nach Hausgeräten sowie die drastischen Preissteigerungen auf der Kostenseite".

Das sogenannte Effizienzprogramm solle den finanziellen Spielraum von Miele bis 2026 um rund 500 Millionen Euro erweitern, wie das Unternehmen mitteilte. Dafür sei "eine substanzielle Senkung der Personalkosten unausweichlich". Die Umsetzung solle "so sozialverträglich wie möglich erfolgen". Derzeit hat Miele nach eigenen Angaben weltweit 23.000 Beschäftigte.

Der Plan sieht laut Miele im Einzelnen vor, dass bis 2027 fast alle Waschmaschinen für den Haushalt im polnischen Ksawerow montiert würden. Dafür sollen im Werk in Gütersloh 700 Stellen schrittweise entfallen. Die übrigen Teile der Gütersloher Geräteproduktion wie Presswerk, Gießerei oder Bearbeitung der gegossenen Teile seien von der Verlagerung nicht betroffen.

"Was wir derzeit erleben, ist keine vorübergehende Konjunkturdelle, sondern eine nachhaltige Veränderung der für uns relevanten Rahmenbedingungen, auf die wir uns einstellen müssen", schrieb die Miele-Geschäftsführung in einer internen Mitteilung an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es gehe nun um "schwerwiegende Schritte, und uns ist sehr bewusst, dass dies viele Kolleginnen und Kollegen hart treffen wird", hieß es weiter.

Welche Bereiche in welchem Umfang von personellen Einschnitten betroffen sein können, stehe noch nicht fest, erklärte das Unternehmen. Die Details müssten in den kommenden Monaten weiter ausgearbeitet und mit den Sozialpartnern verhandelt werden. Die Geschäftsführung setze dabei auch "auf einen konstruktiven Dialog mit der IG Metall".

Nach drei wachstumsstarken Jahren in Folge verzeichne die Hausgerätebranche als Ganzes für das Jahr 2023 ein weltweit rückläufiges Geschäft, hieß es in der Erklärung von Miele. Neben dem Ende der coronabedingten Sonderkonjunktur hätten sich hier vor allem die wirtschaftlichen Folgen des Ukrainekriegs ausgewirkt.

Anders als bei früheren Abkühlungen der Märkte mache sich dies besonders im Premiumsegment bemerkbar. "In diesem Umfeld ist der vorläufige Umsatz der Miele Gruppe um etwa neun Prozent zurückgegangen; bei den verkauften Stückzahlen beträgt der Rückstand zum Vorjahr etwa das Doppelte", erklärte das Unternehmen. Anzeichen für eine baldige Erholung der Märkte seien nicht in Sicht.

pw/lan