Mieten: Der Berliner Senat vergisst die Normalverdiener

Mieter der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften werden geschützt, doch die meisten Mieter profitieren nicht, meint Isabell Jürgens.

Für die Mieter der rund 300.000 Wohnungen der sechs kommunalen Wohnungsbaugesellschaften war der Mittwoch ein guter Tag. Der Senat hat mit den landeseigenen Gesellschaften vereinbart, dass die Mieten – wie schon in den Vorjahren – lediglich um bis zu zwei Prozent im Jahr angehoben werden dürfen.

Diese Vereinbarungen haben dazu geführt, dass die Mieten in deren Wohnungsbeständen meist sogar noch deutlich unter der im Mietspiegel ausgewiesenen Berliner Durchschnittsmiete von 5,84 Euro pro Quadratmeter und Monat liegen. Ein Mietpreis, von dem die Bewohner in einer der 1,6 Millionen von Privaten vermieteten Wohnungen nur träumen können.

Doch wenn Sie nun auf die Idee kommen, sich auch bei den Kommunalen um eine Wohnung zu bewerben, sollten Sie einen Wohnberechtigungsschein (WBS) ihr Eigen nennen. Die Einkommensgrenze für einen WBS liegt übrigens bei maximal 25.200 Euro jährlich – für zwei Personen. Haben sie den Schein nicht, sind ihre Chancen ziemlich mau – und die Miete ist, insbesondere in den neu errichteten Wohnungen, auch alles andere als preiswert. Denn nur die 50 Prozent der Wohnungen, die an WBS-Inhaber vergeben werden, sind für die mietpreisgebundenen 6,50 Euro pro Quadratmeter und Monat zu haben. Für die übrigen Wohnungen müssen Mieten bis zu zehn Euro gezahlt werden.

So langsam dämmert dem Berliner Durchschnittsverdiener, dass die von der rot-rot-grünen Regierungskoalition versprochene Wende auf dem angespannten Wohnungsmarkt offenbar ohne ihn vonstattengehen soll. Die "...

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