Militärische Kooperation - Nordkoreas Elite-Militäruni entsendet Delegation nach Russland

Bei einem Staatsbesuch in Pjöngjang hatte der russische Präsident Wladimir Putin mit Machthaber Kim Jong Un das neue Partnerschaftsabkommen unterzeichnet.<span class="copyright">Kristina Kormilitsyna/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa</span>
Bei einem Staatsbesuch in Pjöngjang hatte der russische Präsident Wladimir Putin mit Machthaber Kim Jong Un das neue Partnerschaftsabkommen unterzeichnet.Kristina Kormilitsyna/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Nach dem im Juni geschlossen strategischen Partnerschaftsabkommen zwischen Kim Jong-un und Wladimir Putin reist nun erstmals eine militärische Delegation aus Nordkorea nach Russland.

Eine militärische Elite-Ausbildugsdelegation aus Nordkorea hat sich kürzlich auf den Weg nach Russland gemacht. Dabei handelt es sich um den ersten offiziell angekündigten militärischen Austausch zwischen den beiden Nationen seit dem Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Pjöngjang im letzten Monat.

Delegation von nordkoreanischer Elite-Militäruniversität

Die Reise wird laut einem Bericht der britischen Zeitung „The Independent“ von Kim Kum-chol, dem Präsidenten der Kim-Il-sung-Militäruniversität, angeführt. Laut Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA, auf die sich „Reuters“ beruft, ist die Delegation am Montag per Flugzeug abgereist. Nähere Angaben zum Ziel und Zweck ihrer Reise wurden dem Bericht zufolge jedoch nicht gemacht.

Die Kim-Il-sung-Militäruniversität, nach dem Gründer Nordkoreas benannt, fungiert laut „Reuters“ als Ausbildungsstätte für Elite-Militärangehörige des Landes. Kim Jong-un selbst soll nach seiner Rückkehr aus der Schweiz dort Kurse belegt haben, während er auf seine zukünftige Führungsrolle vorbereitet wurde.

Putin und Kim Jong-un besiegelten zuletzt strategische Partnerschaft

Im vergangenen Monat hatten Putin und Kim Jong-un ein umfassendes strategisches Partnerschaftsabkommen unterzeichnet, das auch ein gegenseitiges Verteidigungsabkommen beinhaltet. Laut diesem Abkommen sind beide Länder verpflichtet, einander Unterstützung zu leisten, falls einer von ihnen angegriffen wird, berichtet der „Independent“.

Diese Entwicklung hat dem Bericht zufolge in Südkorea und den USA große Besorgnis ausgelöst. Beide Nationen befürchten demnach, dass diese Partnerschaft erhebliche militärische Implikationen haben könnte. Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol, der an einem Nato-Gipfel in dieser Woche teilnimmt, warnte Russland vor den negativen Konsequenzen dieser Zusammenarbeit.

Er betonte dem „Independent“ zufolge, dass die zukünftigen Beziehungen zwischen Russland und Seoul vollständig von den Entscheidungen Moskaus abhängen würden. Zudem kündigte er an, das Thema beim Nato-Gipfel zur Sprache zu bringen.

Vorwürfe über Waffenlieferungen Nordkoreas an Russland

Laut dem „Independent“ erheben die Vereinigten Staaten und Südkorea Vorwürfe, dass Nordkorea Russland im Austausch für fortschrittliche Militärtechnologien und wirtschaftliche Hilfe Artillerie, Raketen und andere Waffen für den Einsatz im Ukraine-Krieg liefert. Diese Vermutungen wurden jedoch sowohl von Nordkorea als auch von Russland vehement bestritten.

Wie die britische Zeitung berichtet, würde jede militärische Zusammenarbeit mit Nordkorea gegen UN-Sanktionen verstoßen, die es den Mitgliedstaaten untersagen, militärische Unterstützung an Pjöngjang zu leisten.