Militärjunta in Myanmar ehrt "buddhistischen bin Laden"

Ein für seine nationalistische und anti-islamische Rhetorik bekannter buddhistischer Mönch ist von der Militärjunta in Myanmar für seine "herausragende Arbeit" geehrt worden. Wirathu, den das "Time Magazine" 2013 den "buddhistischen bin Laden" nannte, erhielt die Auszeichnung "Thiri Pyanchi", wie die Informationsabteilung des Militärs am Dienstag mitteilte. Sie wurde ihm demnach von Junta-Chef Min Aung Hlaing persönlich überreicht.

Wirathu ist einer von hunderten Menschen, die von der regierenden Junta anlässlich des 75. Jahrestags der Unabhängigkeit Myanmars am Mittwoch Auszeichnungen und Ehrentitel erhalten. Wirathu ist seit langem dafür bekannt, Hass gegen die muslimische Rohingya-Minderheit zu schüren. So forderte er etwa Boykotte gegen Unternehmen mit muslimischen Eigentümern sowie Einschränkungen für die Ehe zwischen Muslimen und Buddhisten.

Menschenrechtsgruppen zufolge halfen Wirathus Äußerungen dabei, Feindseligkeiten gegen die Rohingya zu entfachen und die Grundlage für das militärische Vorgehen im Jahr 2017 zu legen, infolge dessen 740.000 Rohingya ins benachbarte Bangladesch flohen.

Wirathu wurde später von der Regierung unter Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wegen aufrührerischer Tätigkeiten inhaftiert. Die Militärjunta veranlasste 2021 seine Freilassung.

ma/lan