Millionenfund: 400 Jahre altes Gemälde zufällig in Australien entdeckt

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Da soll nochmal jemand sagen, Aufräumen lohnt sich nicht. Denn dieser Zufallsfund bescherte dem National Trust Australiens einen echten Kunstschatz.

Das wertvolle Gemälde vor der Restaurierung. (Quelle: National Trust of Australia)
Das wertvolle Gemälde vor der Restaurierung. (Quelle: National Trust of Australia)

In den Blue Mountains im australischen Bundesstaat New South Wales liegt ein Gebäude, das sich inzwischen Woodford Academy nennt. Gekauft hatte es im Jahr 1868 Alfred Fairfax, Neffe des Zeitungsmoguls James Fairfax. Der Kunstliebhaber brachte unzählige Gemälde mit in das Haus. Als das Gebäude im Jahr 1979 schließlich dem National Trust überschrieben wurde, befanden sich darin an die 60.000 Kunstwerke. Nun stellte sich eines darunter als echtes Meisterwerk heraus.

Vater oder Sohn?

In einem Abstellraum wurde nämlich ein Gemälde entdeckt, das vermutlich von dem niederländischen Maler Gerrit Willemsz. Heda stammt und damit mehrere Millionen wert wäre. Willemsz. Heda war der Sohn des berühmten Stillleben-Künstlers Willem Claesz. Heda, der als einer der Großmeister des Goldenen Zeitalters gilt. Das Ölgemälde, das nun in Australien aufgetaucht ist, stammt aus dem siebzehnten Jahrhundert und zeigt ebenfalls ein Stilleben: ein gedeckter Tisch mit mehreren Tellern, Kelchen und einer Tischdecke.

"Eins zu einer Million"

Noch wird von Expert*innen untersucht, ob das Gemälde Vater oder Sohn zuzuordnen ist, da sich die Unterschriften der beiden Maler ziemlich gleichen. Möglicherweise könnte es sich hier sogar um ein Gemeinschaftswerk handeln. Die Sammlungsleiterin Rebecca Pinchin sagte in einer Pressemitteilung: "Ein authentisches Gemälde aus dem 17. Jahrhundert in meiner Abstellkammer zu finden, war mehr als aufregend - es hinterließ mich atemlos." Die Unterschrift des Künstlers zu entdecken, habe sich wie "ein Zufall von eins zu einer Million" angefühlt, so Pinchin.

Der Projektleiter des International Conservation Services zeigte sich ob des Fundes genauso begeistert: "Es ist ein sehr seltener und extrem aufregender Moment," so Julian Bickersteth gegenüber "CNN". Sein Institut war mit der Restaurierung des Gemäldes beauftragt, damit es wieder in altem Glanz erstrahlen kann. Der Wert des 400 Jahre alten Fundstückes wird auf zweieinhalb bis dreieinhalb Millionen Euro geschätzt. Zunächst soll es ab Mitte Mai aber in einer Ausstellung der Woodford Academy gezeigt werden.

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