Millionenklage gegen "Albtraum"-Festival auf Bahamas eingereicht

Blink 182 sollten beim Fyre-Festival auftreten

Den Organisatoren eines im Chaos versunkenen Luxus-Festivals auf den Bahamas droht neues Ungemach. Wegen mutmaßlichen Betrugs wurde gegen die Veranstalter des als "kulturelle Erfahrung des Jahrzehnts" angepriesenen Fyre-Festivals in den USA eine Klage in Höhe von 100 Millionen Dollar (91,7 Millionen Euro) eingereicht. "Der Mangel an angemessenem Essen, Wasser, Unterkunft und medizinischer Versorgung hat eine gefährliche und panische Situation geschaffen", heißt es in der in Los Angeles eingereichten Klageschrift.

Das Fyre-Festival war am Freitag abgesagt worden, nachdem hunderte Besucher, von denen einige mehr als 100.000 Dollar (knapp 92.000 Euro) für ihr Ticket bezahlt hatten, statt des erhofften Luxus unter Palmen nur notdürftig aufgestellte Zelte und spärliche Kost in Styroporboxen vorfanden. Viele der meist aus den USA angereisten Jetset-Gäste veröffentlichten Bilder der ernüchternden Szenen in sozialen Netzwerken, US-Medien berichteten von einem "kompletten Desaster" und einem "post-apokalyptischen Albtraum". Die US-Band Blink 182 sagte wegen des Chaos ihren Auftritt ab.

Die Veranstalter entschuldigten sich und kündigten an, dass allen Besucher ihre Ticketpreise erstattet würden. Dem mit der Klage beauftragten Anwalt Ben Meiselas zufolge ist das jedoch "nicht genug". Organisiert hatten das Festival der New Yorker Rapper Ja Rule und der US-Unternehmer Billy McFarland. Rapper Ja Rule drückte bereits am Freitag sein Bedauern aus, er sei "untröstlich" schrieb er bei Twitter. Auch die Regierung der Bahamas, für die der Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig ist, entschuldigte sich, betonte aber gleichzeitig, sie sei an dem Festival nicht beteiligt gewesen.

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