Mindestens 13 Polizisten im Niger getötet

Nigrische und US-Soldaten bei Übung in Diffa

Bei einem Angriff mutmaßlicher Islamisten sind im unruhigen Südwesten des Niger mindestens 13 Polizisten getötet worden. Fünf weitere Polizisten wurden bei dem "terroristischen Angriff" verletzt, wie das Innenministerium des westafrikanischen Staates am Samstag mitteilte. Erst Anfang Oktober waren im Niger während eines Anti-Terror-Einsatzes vier US-Soldaten und vier nigrische Soldaten getötet worden.

Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Angreifer hätten am frühen Samstagmorgen von fünf Fahrzeugen aus eine Polizeiwache in der Ortschaft Ayorou rund 200 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Niamey angegriffen. Als Verstärkung für die Polizisten eintraf, flüchteten die Angreifer demnach.

Nigers südwestliche Grenzregion mit Mali ist immer wieder Ziel von Angriffen von Dschihadisten. Den Vereinten Nationen zufolge wurden im gesamten Land seit Februar vergangenen Jahres "mindestens 46 Angriffe" dokumentiert.

Im Südwesten des Landes wurden Anfang Oktober auch vier US-Soldaten getötet. Im Zuge der Ermittlungen zu dem Angriff sei inzwischen ein Dorfältester aus der Siedlung Tongo Tongo festgenommen worden, hieß es am Samstag aus nigrischen Sicherheitskreisen. Ihm werde vorgeworfen, mit den Angreifern zusammengearbeitet zu haben. Er habe ein Treffen von Stammesältesten mit US-Soldaten hinausgezögert und den Angreifern so ein Zeitfenster für ihren Angriff verschafft.

Die Militärpatrouille aus einheimischen und US-Soldaten war am 4. Oktober in der Region Tillabéri aus einem Hinterhalt angegriffen worden. Die US-Soldaten befinden sich dem Pentagon zufolge im Niger, um dort nigrische Soldaten auszubilden und ihnen beim "Kampf gegen gewalttätige Extremistengruppen" beizustehen.

Tillabéri gehört zu den Gebieten im Niger, in denen seit März wegen anhaltender Angriffe aus Mali der Ausnahmezustand gilt. Für die Angriffe auf Militärposten und Flüchtlingslager werden Dschihadisten verantwortlich gemacht. Im Juni hatte die nigrische Armee eine Offensive gegen die Dschihadisten gestartet.

Für einen der getöteten US-Soldaten, den 25-jährigen David Johnson, wurde am Samstag in Florida eine Trauerfeier abgehalten. Johnsons Familie steht im Mittelpunkt eines Streit mit US-Präsident Donald Trump über seinen Umgang mit dem Schicksal getöteter Soldaten. Berichten zufolge soll der Präsident die Witwe am Telefon wenig sensibel abgefertigt haben, was er bestreitet.

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