Mindestens 13 Tote bei nächtlichem Brand in einer Bar in Russland

Bei einem Brand in einer Tanzbar der russischen Wolga-Stadt Kostroma sind jüngsten Angaben der Rettungskräfte zufolge mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer sei in der Nacht zum Samstag ausgebrochen und erst nach Stunden gelöscht worden, zitierten russische Nachrichtenagenturen die örtlichen Behörden. Ausgelöst wurde es laut der Agentur Tass vermutlich von einem Betrunkenen mit einer Leuchtpistole. Die Polizei nahm zwei Verdächtige fest.

Nach Angaben der Rettungsdienste brach der Brand gegen 02.00 Uhr nachts (00.00 Uhr MEZ) in der beliebten Tanzbar "Poligon" aus und breitete sich rasch im gesamten Gebäude aus. Erst um 07.30 Uhr war es demnach gelöscht. Rund 250 Menschen konnten den Behörden zufolge noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Ein Vertreter der Rettungskräfte berichtete der Nachrichtenagentur Tass, der Brand sei offenbar von einem Betrunkenen verursacht worden. "Er hielt sich mit einer Frau in der Bar auf, schenkte ihr Blumen und hielt dabei die ganze Zeit eine Leuchtpistole in der Hand", zitierte Tass den Vertreter. "Dann ging er auf die Tanzfläche und feuerte sie ab".

Die Polizei nahm später einen Verdächtigen fest und übergab ihn den Ermittlungsbehörden. Ob es sich dabei um den Betrunkenen handelte, war zunächst unklar. Das Komitee erklärte lediglich, es habe ein Strafverfahren gegen den 23-Jährigen wegen "fahrlässiger Tötung" eröffnet. Später gab das Komitee die weitere Festnahme einer Frau bekannt, die für die Sicherheitsvorkehrungen in der Bar verantwortlich gewesen sein soll.

Ein von den Ermittlern veröffentlichtes Video zeigte das Ausmaß der Schäden in dem Gebäude, in dem neben einem Vertriebslager auch die Bar untergebracht war. Das Dach war eingestürzt, das ausgebrannte Innere des Lokals kaum noch zu erkennen. Laut Feuerwehr hatte sich der Brand auf eine Fläche von insgesamt 3500 Quadratmetern ausgeweitet.

Augenzeugen berichteten örtlichen Medien, wie die Gäste in Panik zum Ausgang der Bar drängten und sich dabei gegenseitig behinderten. Einem Mann gelang es demnach, eine verschlossene Tür aufzubrechen und damit möglicherweise Menschenleben zu retten.

Insgesamt 50 Feuerwehrleute und 20 Löschfahrzeuge seien nötig gewesen, um den Brand zu löschen, sagte ein Feuerwehrmann im Fernsehen. Nach seinen Angaben waren die Löscharbeiten wegen der Einsturzgefahr des Gebäudes besonders schwierig.

Tagsüber ist das "Poligon" laut seiner Website eine traditionelle einfache Gaststätte, die für wenig Geld deftige Hausmannskost serviert und besonders gerne von Verkehrspolizisten besucht wird. Nachts verwandelt sie sich dann in eine Tanzbar.

Nach einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti gehört das "Poligon" Ichtijar Mirsojew, einem örtlichen Abgeordneten der Kreml-Partei Geeintes Russland. Er versprach den Hinterbliebenen umfassende Unterstützung. Die Behörden der Region ordneten für Montag einen Trauertag an.

Kostroma liegt rund 300 Kilometer nordöstlich von Moskau am Zusammenfluss des gleichnamigen Flusses und der Wolga. Der rund 230.000 Einwohner zählende Ort gehört zu den ältesten Städten Russlands und ist berühmt für seine Klöster und seine  mittelalterliche Architektur.

In Russland kommt es immer wieder zu tödlichen Bränden, weil Schutzvorkehrungen zu nachlässig gehandhabt wurden. Im Jahr 2009 starben bei einem Brand in einer Diskothek der Uralstadt Perm über 150 Menschen, neun Jahre später kamen bei einem Feuer in einem Einkaufszentrum im sibirischen Kemerowo 60 Menschen ums Leben.

bur/lan/ans