Mindestens 14 Tote bei Brand auf Corona-Station in Nordmazedonien

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Regierungschef Zaev sprach von einer "riesigen Tragödie" (AFP/Arbnora MEMETI)

Bei einem Brand in einem behelfsmäßigen Corona-Krankenhaus in Nordmazedonien sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer brach am Mittwochabend nach einer Explosion in der Behelfsklinik in der Stadt Tetovo im Nordwesten des Balkanlandes aus, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten. Ministerpräsident Zoran Zaev reiste sofort nach Tetovo und sprach von einer "riesigen Tragödie".

Das Feuer zerstörte Teile einer Corona-Station, die vor einem Krankenhaus in Tetovo errichtet worden war. Der Bau hatte erst im Dezember begonnen. Mit der Einrichtung der provisorischen Klinik in der 50.000-Einwohner-Stadt wollten die Behörden das marode Gesundheitssystem des Balkanlandes entlasten.

Die Klinik wurde als Fertigbau aus Modulen errichtet. Dies habe dazu geführt, dass das Feuer sich so stark ausgebreitet habe, sagte der stellvertretende Feuerwehrchef von Tetovo, Saso Trajcevski, einem örtlichen Fernsehsender. Es sei viel Plastik verbrannt. "Wir haben Opfer rausgeholt, während wir die Flammen gelöscht haben." Mehrere Verletzte wurden in Krankenhäuser in der Hauptstadt Skopje gebracht.

Nach Angaben der Feuerwehr brauchten die Einsatzkräfte rund 45 Minuten, um den Brand zu löschen. Das Feuer sei gelöscht worden, "aber viele Leben sind verloren", schrieb Zaev im Onlinedienst Twitter. Gesundheitsminister Venko Filipce sprach den Angehörigen der Toten auf Twitter sein "tief empfundenes Beileid" aus.

Von einigen Klinikmodulen blieben nur verkohlte Reste übrig. Am Donnerstag teilte die Staatsanwaltschaft in Skopje mit, die Ermittlungsbehörden hätten Autopsien zur Identifizierung aller Leichen angeordnet. Untersucht werde auch, "ob es weitere Tote gibt".

Die Zahl der Corona-Infektionen in Nordmazedonien war zuletzt wieder gestiegen, einige Krankenhäuser sind bereits überlastet. Jeden Tag werden derzeit etwa 30 Corona-Tote gemeldet. Insgesamt hat das verarmte Balkanland mit seinen zwei Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie mehr als 6100 Todesopfer verzeichnet.

Auch in anderen Ländern hat es schon durch Explosionen ausgelöste Brände in Corona-Kliniken gegeben. Im Irak waren im April und Juli dutzende Menschen ums Leben gekommen, als Sauerstoffflaschen auf Corona-Stationen in Bagdad und Nassirija explodierten und verheerende Brände auslösten.

mid/noe

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