Mehr als 20 Tote und 1000 Verletzte bei Erdbeben im Osten der Türkei

Eingestürztes Gebäude in Elazig

Bei einem Erdbeben der Stärke 6,8 im Osten der Türkei sind am Freitagabend mindestens 21 Menschen getötet worden. Mehr als 1000 weitere wurden verletzt, wie die Behörden mitteilten. Rettungsteams durchsuchten am Samstag in der Provinz Elazig die Trümmer eingestürzter Häuser nach 30 Vermissten. Fünf Menschen konnten nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde lebend geborgen werden. Unter ihnen war nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu eine schwangere Frau, die zwölf Stunden unter den Trümmern ausgeharrt hatte.

Das Beben ereignete sich gegen 20.55 Uhr (18.55 Uhr MEZ) in Sivrice, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Es habe 30 Nachbeben gegeben. Die 4000-Einwohnerort Sivrice liegt südlich der Stadt Elazig an einem See und ist eines der beliebtesten Touristenziele in der Region.

Das Beben war in mehreren Teilen der Osttürkei nahe der Grenzen zum Irak und Syrien zu spüren. Auch in den Provinzen Diyarbakir, Batman, Sanliurfa, Adiyaman und Kahramanmaras wurden Menschen verletzt. In der Provinz Elazig kamen nach Behördenangaben mindestens 17 Menschen ums Leben, in der Nachbarprovinz Malatya vier.

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Das türkische Fernsehen zeigte Bilder von Menschen, die in Panik auf die Straße liefen. Der 68-jährige Zekeriya Gunes aus der Stadt Elazig berichtete, ein Haus in seiner Straße sei eingestürzt. "Jeder ist draußen, es war sehr stark, sehr furchteinflößend." Die 39-jährige Ferda berichtete der Nachrichtenagentur AFP, sie sei in Panik geraten und habe nicht gewusst, ob sie raus in die Kälte oder drinnen bleiben solle. "Es dauerte ziemlich lange, vielleicht 30 Sekunden."

Eray Ernek sah gerade fern, als das Erdbeben sein Haus erschütterte. "Ich stürzte vom Sofa auf den Boden." Zusammen mit seinem Vater sei er ins Freie gelaufen. "Wir sahen, dass andere Häuser eingestürzt waren."

Nach Angaben des Innenministers Suleyman Soylu wurden in Elazig noch rund 30 Menschen vermisst. Rettungsteams suchten in den Trümmern eines eingestürzten fünfstöckigen Gebäudes in einem Dorf nahe Elazig nach Überlebenden, wie ein AFP-Reporter berichtete. Ein Mensch konnte lebend geborgen werden. In Turnhallen, Schulen und Gästehäusern wurden Notunterkünfte für die Erdbebenopfer eingerichtet.

“Wir stehen unserem Volk zur Seite”

Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte, es seien alle notwendigen Schritte unternommen worden, um den Betroffenen zu helfen. "Wir stehen unserem Volk zur Seite", schrieb Erdogan auf Twitter.

In der Türkei kommt es immer wieder zu schweren Erdbeben, da das Land auf mehreren seismischen Platten liegt. Am 17. August 1999 waren bei einem Erdbeben der Stärke 7,4 in Izmit, Istanbul und anderen Orten mehr als 17.000 Menschen ums Leben gekommen. Im September vergangenen Jahres erschütterte ein Erdbeben der Stärke 5,7 die Millionen-Metropole Istanbul.

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