Mindestens 19 Menschen bei Müll-Katastrophe in Sri Lanka getötet

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Die Müllhalde im Osten Colombos

Beim Einsturz einer Müllkippe in Sri Lanka sind mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen und hunderte weitere obdachlose geworden. Drei Tage nach dem Unglück am Stadtrand von Colombo wurden rund 1700 Menschen in Notunterkünften untergebracht

Beim Einsturz einer Müllkippe in Sri Lanka sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Wie eine Krankenhaussprecherin am Samstag mitteilte, waren unter den Toten auch vier Kinder und Jugendliche im Alter zwischen elf und 15 Jahren. Nach dem Unglück wurde Kritik an den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen im Umfeld der 90 Meter hohen Müllhalde laut.

Der am östlichen Stadtrand von Colombo aufgehäufte Müll kam am Freitag nach starken Regenfällen ins Rutschen. Der Müll begrub zahlreiche Häuser und Menschen unter sich. Nach Angaben der Polizei wurden 145 Hütten und Häuser zerstört.

Mehrere hundert Soldaten durchkämmten das Gebiet um die Müllhalde von Kolonnawa und versuchten, Überlebende und Opfer aus dem Unrat zu bergen. Bagger waren im Einsatz, um Wege freizuräumen. Nach Angaben der Polizei wurden 625 Menschen notdürftig in einer Schule untergebracht.

Ein Militärsprecher sagte am Samstag, die Bergungsarbeiten würden fortgesetzt, aber 24 Stunden nach dem Unglück seien die Chancen, noch Überlebende zu finden, sehr gering.

Der Geschäftsmann Saman Wimalasiri, der als einer der ersten Nothelfer zur Stelle war, schilderte die Rettung einer alten Frau. "Wir haben Seile verwendet und konnten eine ältere Frau herausholen, die unter den Trümmern ihres eigenen Hauses eingekeilt war", sagte Wimalasiri.

Viele Anwohner der Müllhalde hatten wegen des starken Regens zum Zeitpunkt der Katastrophe ihre Behausungen bereits verlassen. Die Zahl der Opfer wäre sonst noch viel höher gewesen, sagte ein Behördensprecher.

Präsident Maithripala Sirisena ordnete den Einsatz von Soldaten bei der Rettungsaktion an. Der Kommualpolitiker Guttila Silva, vormals Bürgermeister, sagte, die Anwohner seien wütend, weil die Stadtverwaltung trotz Sicherheitsbedenken täglich hunderte Tonnen Müll auf der Halde abladen lasse. "Die Leute sind natürlich sauer, weil ihre Proteste überhört wurden."

Die Müllkippe von Kolonnawa wächst täglich um rund 800 Tonnen Müll, insgesamt sollen dort etwa 23 Millionen Tonnen Abfall gelagert sein. Gesundheitsexperten warnen seit langem vor den Gefahren, das srilankische Parlament hatte kürzlich die Schließung der Müllhalde verlangt. Die Behörden versandten an 15 Haushalte Räumungsaufforderungen. Es gibt Pläne zum Bau eines Kraftwerks, mit dem durch die Verbrennung des Mülls Energie gewonnen werden soll.

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