Zahl der Toten nach schwerem Zugunglück im Iran auf 21 gestiegen

Nach dem schweren Zugunglück im Iran ist die Zahl der Todesopfer nach Behördenangaben auf mindestens 21 gestiegen. Dutzende weitere wurden bei dem Unglück am frühen Mittwochmorgen (03.00 Uhr MESZ) verletzt, von ihnen schwebten mehrere in Lebensgefahr. Medienberichten zufolge war der Zug mit 348 Passagieren an Bord in der Nähe der zentraliranischen Stadt Tabas mit einem Bagger kollidiert, mehrere Waggons entgleisten.

Der Sprecher der Rettungskräfte, Modschtaba Chaledi, hatte vor den jüngsten Angaben von insgesamt 86 Verletzten berichtet. Einige von ihnen könnten demnach noch ihren schwersten Verletzungen erlegen, warnte er im Staatsfernsehen.

Der Zug sei mit einem Bagger zusammengestoßen, der sich nahe der Gleise befand, sagte der stellvertretende Leiter der iranischen Bahngesellschaft, Mir Hassan Mussawi, dem Staatsfernsehen. Nach Angaben der Rettungskräfte entgleisten fünf der elf Waggons. Auf Bildern der Nachrichtenagentur Isna waren ein auf das Gleis gekippter und vier weitere ineinander verkeilte Waggons sowie ein auf der Seite liegender Bagger zu sehen.

Die Unfallstelle liegt in einer rund 900 Kilometer von Teheran entfernten Wüstenregion auf der Strecke zwischen Maschhad und Jasd. Medienberichten zufolge besichtigte der örtliche Staatsanwalt den Unfallort, zur Unglücksursache seien Ermittlungen eingeleitet worden.

Der iranische Präsident Ebrahim Raisi sprach den Angehörigen der Unfallopfer sein Mitgefühl aus. Außerdem habe er eine Beschleunigung der Ermittlungen zur Unglücksursache angeordnete, teilte sein Büro mit.

Der iranische Minister für Straßen und Stadtentwicklung, Rostam Ghassemi, entschuldigte sich bei den Iranern. Sein Ministerium sei für den Vorfall verantwortlich, erklärte er auf Twitter. Erste Hinweise deuteten nach seinen Angaben darauf hin, dass der Lokführer viel zu spät reagierte und erst bremste, als er bereits den Bagger erfasst hatte.

2016 waren bei einem Zugunglück im Norden des Iran 44 Menschen gestorben, als zwei Züge miteinander kollidierten und in Brand gerieten. Nach dem Unfall wurden vier Angestellte der iranischen Eisenbahngesellschaft festgenommen, der Chef der Gesellschaft trat zurück.

Das bislang schwerste Zugunglück im Iran ereignete sich im Februar 2004. Damals starben bei der Explosion eines Güterzugs im Nordosten des Landes 328 Menschen. Hunderte weitere erlitten Verletzungen.

Zwei Wochen vor dem jetzigen Zugunglück hatte in Abadan im Südwesten des Iran der Einsturz eines im Bau befindlichen Gebäudes an einer Hauptverkehrsstraße 43 Menschen das Leben gekostet. Das Unglück löste landesweite wütende Proteste aus. Die Demonstranten machten Korruption und Inkompetenz in den Behörden für den Gebäudeeinsturz verantwortlich.

ans/mkü

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