Helfer bergen 30 Tote nach Explosion in Luxushotel in Havanna

Nach der Explosion in einem Luxushotel in Havanna haben Rettungskräfte 30 Leichen geborgen. 24 Verletzte befänden sich noch im Krankenhaus, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag weiter mit. Nach kubanischen Medienberichten vom Samstag galten 19 Menschen als vermisst. Helfer suchten in den Trümmern des Hotels "Saratoga" nach möglichen weiteren Opfern. Als Unglücksursache vermuteten die Behörden ein Gasleck.

Das Hotel, eines der Wahrzeichen der kubanischen Hauptstadt, wurde bei der Explosion am Freitag schwer beschädigt, die Fassade der ersten vier Etagen wurde vollkommen zerstört. Auch die Kuppel einer nahegelegenen Baptisten-Kirche stürzte ein, in der Nähe parkende Autos wurden zerstört.

Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich nach Angaben des Betreibers 51 Angestellte und Arbeiter in dem Hotel auf, um die geplante Wiedereröffnung am kommenden Dienstag nach der zwei Jahre dauernden Schließung wegen der Corona-Pandemie und Renovierungsarbeiten vorzubereiten. Unabhängige kubanische Medien veröffentlichten eine Liste mit den Namen von 19 Vermissten. Die Behörden erklärten lediglich, 19 Familien hätten sich nach ihren Angehörigen erkundigt.

Unter den Todesopfern waren nach offiziellen Angaben auch vier Kinder und Jugendliche sowie eine spanische Touristin. Insgesamt 84 Menschen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums verletzt.

Die Suche nach möglichen Überlebenden und weiteren Opfern konzentrierte sich am Wochenende auf die beiden Untergeschosse des Hotels. Trümmer erschwerten den Zugang. Am Freitagnachmittag hatte eine verschüttete Frau unter den Schuttmassen um Hilfe gerufen.

Unglücksursache sei nach ersten Erkenntnissen ein Gasleck, erklärte das kubanische Präsidialamt. Laut dem staatlichen Touristikunternehmen Gaviota ereignete sich die Explosion, als ein Gas-Tank in dem Hotel aufgefüllt wurde.

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel sprach von einem "bedauerlichen Unglück". Zugleich lobte er die Reaktion der Behörden und die Solidarität der Bürger. Viele Kubaner hatten sich unmittelbar nach dem Unglück zum Blutspenden gemeldet.

Das Hotel "Saratoga" war seit zwei Jahren wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. 1880 als Kaufhaus errichtet, war das Gebäude 1933 in ein Hotel umgewandelt worden. In der Vergangenheit zählte es Prominente wie Rolling Stones-Sänger Mick Jagger und die Popstars Beyoncé, Rihanna und Madonna zu seinen Gästen.

Unter den Opfern des jüngsten Unglücks waren auch zwei spanische Passanten: Eine 29-jährige Touristin starb, ihr Mann wurde schwer verletzt. "Unsere ganze Anteilnahme gilt den Familien und allen Opfern und Verletzten. Unsere ganze Unterstützung gilt auch dem kubanischen Volk", schrieb der spanische Regierungschef Pedro Sánchez auf Twitter.

lan/isd

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