Mindestens 18 Tote bei Polizeieinsatz in Armenviertel in Rio de Janeiro

Bei einem Polizeieinsatz in einem Armenviertel der brasilianischen Millionenstadt Rio de Janeiro sind mindestens 18 Menschen getötet worden. Ein Polizeisprecher sagte am Donnerstag, bei den Toten handle es sich um 16 mutmaßliche Mitglieder krimineller Banden, eine 50-jährige Anwohnerin und einen Polizisten.

Zuvor hatte die Polizei erklärt, bei dem Einsatz in dem Armenviertel Complexo do Alemão im Norden von Rio seien fünf Menschen getötet worden. Andere offizielle Quellen sprachen am Donnerstag sogar von mindestens 20 Toten.

Der Einsatz mit fast 400 Beamten richtete sich nach Angaben der Polizei gegen eine Bande, die Fahrzeuge und Banken ausraubte. Medienberichten zufolge kam es zu heftigen Feuergefechten zwischen schwerbewaffneten Mitgliedern von Elite-Einheiten der Polizei und Kriminellen. Die Behörden erklärten, die Polizisten seien bei dem Einsatz mit "militärischen und Guerilla-Taktiken" angegriffen worden.

Die Polizei schreitet immer wieder mit großer Härte in den als Favelas bezeichneten Armenvierteln von Rio de Janeiro ein, die als Rückzugsorte für Drogengangs und andere kriminelle Banden bekannt sind. Morgendliche Razzien in den Gassen-Labyrinthen der Slums sind keine Seltenheit.

Erst im Mai wurden bei einem Polizeieinsatz in der Favela Vila Cruzeiro mindestens 26 Menschen getötet. Im vergangenen Jahr waren in der Favela Jacarezinho unweit von Vila Cruzeiro bei der tödlichsten Razzia in der Geschichte Rios 28 Menschen getötet worden.

fs/

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