Schlammlawine in Kolumbien tötet mehr als 150 Menschen

Bei Erdrutschen im Süden Kolumbiens sind nach Angaben des Roten Kreuzes mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 170 Menschen verletzt worden. Hunderte weitere wurden vermisst

Sintflutartige Regenfälle haben im Süden Kolumbiens eine katastrophale Schlammlawine ausgelöst: Präsident Juan Manuel Santos bezifferte die Zahl der Toten am Samstag auf mindestens 154, das Rote Kreuz sprach von 400 Verletzten und 220 Vermissten. Betroffen war vor allem die 40.000-Einwohner-Stadt Mocoa: Die Schlamm-Massen wälzten sich durch die Straßen und rissen ganze Häuser, zwei Brücken, Autos und Bäume fort.

Es handele sich um eine Tragödie von unvorstellbarem Ausmaß, sagte die Gouverneurin der Region Putumayo, Sorrel Aroca. "Ganze Wohnviertel" seien im Katastrophengebiet verschwunden.

Der Generaldirektor von Kolumbiens Rotem Kreuz, Cesar Uruena, sprach gegenüber AFP von einer "enormen Opferbilanz". Die Situation in Mocoa sei "dramatisch". Er erwarte ein weiteres Ansteigen der Opferzahlen.

In der Region hatte es in den Tagen zuvor heftig geregnet. Die Regenmengen hatten am Freitagabend den Fluss Mocoa und drei Zuflüsse über die Ufer treten lassen und die Erde ins Rutschen gebracht. Eine Mischung aus Wasser, Schlamm und Treibgut ergoss sich über die Stadt.

Präsident Santos reiste umgehend nach Mocoa. Er rief den Notstand aus, um schelle Hilfe leisten zu können. Im Onlinedienst Twitter teilte er mit, dass er die Hilfs- und Bergungsarbeiten beaufsichtigen wolle. Santos wurde von den Ministern für Verteidigung, Gesundheit und Umwelt begleitet. Außerdem reisen mit ihm die Chefs von Armee und Polizei sowie Leiter von Hilfsorganisationen.

Die Behörden bildeten einen Krisenstab. Militär, Polizei und Rettungskräfte suchten nach den Vermissten. Dabei müssten hunderttausende Tonnen von Schutt und Schlamm weggeräumt werden, sagte Carlos Iván Márquez von der Katastrophenschutzbehörde des Landes.

Die Bevölkerung sei nicht auf die Katastrophe vorbereitet worden, und "wir wissen nicht, was wir jetzt tun sollen", sagte der 69-jährige Anwohner Hernando Rodríguez der Nachrichtenagentur AFP per Telefon. Die Menschen in der Region begriffen nur langsam, was ihnen widerfahren sei. "Viele Leute sind auf der Straße, viele Häuser sind zerstört", berichtete Rodríguez.

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