Mindestens 26 Bergarbeiter bei Grubenunglück im Iran verschüttet

Bei einem Unglück in einem Kohlebergwerk im Iran sind mehr als 20 Arbeiter ums Leben gekommen, die ihre verschütteten Kollegen retten wollten. 32 Kumpel waren am Abend weiter verschüttet

Bei einer Gasexplosion in einem Kohlebergwerk im Norden des Iran sind mindestens 26 Bergleute verschüttet worden. Rettungskräfte versuchten am Mittwoch, zu den Kumpeln zu gelangen, die in einem Stollen des Bergwerks bei Asad Schahr in der Provinz Golestan festsaßen. Zwei Todesopfer wurden geborgen, wie die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf Rettungskräfte meldete.

Die Gasexplosion ereignete sich laut Medienberichten beim Versuch, den Motor eines Transportwagens in Gang zu setzen. Dadurch sei ein Teil des Stollens eingestürzt. Die Behörden sprachen zunächst von mindestens 70 Verschütteten, nannten aber später eine deutlich niedrigere Zahl.

Die amtliche Nachrichtenagentur Irna meldete, rund 30 verletzte Bergleute seien in Krankenhäuser eingeliefert worden. Zwölf weitere seien unversehrt aus dem Stollen gelangt. Ein Vertreter des Kriseneinsatzzentrums der Provinz Golestan sprach laut dem staatlichen Fernsehsender Irib von 26 Verschütteten. Rettungskräfte versuchten demnach, einen Tunnel zu den am Ende eines Stollens eingeschlossenen Bergleuten zu graben. Der Einsatz gestalte sich aber wegen der hohen Gaskonzentration schwierig.

Der Provinzchef der Organisation Roter Halmond, Hossein Ahmadi, sagte laut der Agentur Tasnim, die Rettungskräfte seien bereits 800 Meter weit in einen rund tausend Meter langen Stollen vorgedrungen, hätten aber "selbst nicht genügend Sauerstoff". Die Helfer befürchteten laut dem Roten Halbmond eine erneute Explosion durch die hohe Konzentration von Kohlenmonoxid. Abhilfe sollte eine Luftpumpe bringen, die am Unglücksort eintraf.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani, der sich bei der Wahl in zwei Wochen um eine zweite Amtszeit bewirbt, schickte seinen Arbeitsminister Ali Rabii zum Unglücksort. Ein Krisenstab überwachte die Rettungsarbeiten. Das Unglück könnte Ruhani politisch schaden: Seine Gegner werfen ihm vor, nicht genügend für die ärmeren Bevölkerungsschichten zu tun. Auf den Websites konservativer Medien wurde der Regierung vorgeworfen, zu spät Hilfe zum Bergwerk geschickt zu haben.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen